SPD will Quartiere in Mitte autofrei machen

Wenn es nach den Sozialdemokraten geht, sollen in Berlin ganze Viertel ohne Kfz-Parkplätze auskommen. Dagegen machen ausgerechnet die Grünen mobil. Warum? Von Julius Betschka

SPD will Quartiere in Mitte autofrei machen
In Berlin streiten SPD und Grüne um autofreie Viertel. Foto: Steinach/Imago

Apropos Welt: die steht völlig Kopf in Berlin-Mitte. Im Bezirk will die SPD das Scheunen- und das Westfälische Viertel von Autos befreien. Private Wagen sollen dort für ein Jahr nicht mehr parken dürfen, die Straßen sollen als Spielstraßen ausgewiesen werden, das Befahren aber weiter möglich sein. Nicht nur der Chefärgermeister der „BZ“, Gunnar Schupelius, kippt mal wieder völlig vom Stuhl, sondern auch: die Grünen. Jaja, richtig gelesen. Deren verkehrspolitischer Sprecher in Mitte, Hendrik Böckermann, schreibt: „Ein komplettes und sofortiges Parkverbot für alle Fahrzeuge schafft meines Erachtens Chaos in Nachbarkiezen und trifft besonders ältere Menschen und Menschen mit Kindern, die NOCH auf ihr Auto angewiesen sind. Wir Grüne machen Verkehrswende mit den Menschen und nicht gegen sie.“ Böckermanns „wir“ dürfte allerdings klein geraten: Im Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg haben die Grünen eine ähnliche Maßnahme längst für den Graefekiez beschlossen. Für die Menschen und auch gegen die Menschen. Oder so.