Wahlkampf als Tragödie und Farce: Alle wollen, dass Berlin funktioniert
Der Berliner Wahlkampf ereignet das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce. Dieses Wochenende haben die Kandidierenden die Farce-Phase offiziell eingeläutet. Erster Akt: Mit einer Verwaltungsreform wäre das Wahldebakel nicht passiert, sagte Grünen-Bürgermeisterkandidatin Bettina Jarasch auf der Klausurtagung ihrer Partei (Q: rbb), und: „Wir müssen klare Verantwortlichkeiten haben.“ Ach, echt? Eilmeldung ist raus.
Zweiter Akt: CDU-Counterpart Kai Wegner geht das Thema ähnlich kontrovers an: „Wir wollen, dass die Berlinerinnen und Berliner stolz sind auf diese Stadt“ (Q). Ja, wer will das denn nicht? Und, Echo Jarasch: „Wir brauchen eine umfassende Staats- und Verwaltungsreform“ (Q). Dritter Akt: Natürlich wiederholte auch Giffey vor und nach Amtseintritt gebetsmühlenartig, sie wolle die Verwaltung verbessern; sie tut es noch immer. Am Dienstag soll im Senat ein Eckpunkte-Papier besprochen werden.
Na, dann sind sich doch endlich alle einig! Auf geht’s! Oder?! Naja. Grünen und Opposition ist der SPD-Ansatz zu zaghaft. Und eines geht in der Debatte gern unter: Bei dem Thema hapert es womöglich weniger an der Überzeugung als an der Umsetzung. Bereits vor der letzten Wahl waren sich alle Parteien einig, dass mit Blick auf die Verwaltung dringend etwas passieren muss. Vielleicht klappt’s ja beim nächsten Anlauf.