Heiraten nicht möglich
Wir ziehen weiter zum Standesamt Mitte, wo der Personalmangel (zuweilen sind nur ein Drittel der Beschäftigten im Dienst) teils groteske Folgen hat: Weil in der Not jetzt Geburts- und Sterbeurkunden Priorität haben, ist heiraten quasi unmöglich geworden, wie die Bürgeranfrage einer hochschwangeren Frau zeigt – sie ist seit vergangenem Frühjahr auf der Jagd nach einem Termin, hat sich frühmorgens auf die Lauer gelegt, alles vergebens. Da sie und ihr Partner katholisch sind, wollen sie unbedingt heiraten, bevor das Kind auf die Welt kommt – deswegen ist auch der Versuch einer Online-Buchung sinnlos (kein Termin bis Mai). Doch seit gestern sind sie doppelt guter Hoffnung: Stadträtin Sandra Obermeyer (Linke) hat, aufgeschreckt durch die Bürgeranfrage, auf Notfall erkannt – Sondertermin Anfang März. Selbst im gottlosen Berlin hilft eben manchmal nur noch kirchensteuerlich anerkanntes Beten. (Mehr aus Mitte gibt’s heute im „Leute“-Newsletter von meiner Kollegin Laura Hofmann, Anmeldung hier).