Das haben Berlins Kirchen für Weihnachten geplant

Was bei den Corona-Beschlüssen bisher fehlt, sind verbindliche Regeln für Gottesdienste. Wir haben deswegen die Kirchen gefragt, wie sie pandemiegerecht feiern. Von Ann-Kathrin Hipp

Das haben Berlins Kirchen für Weihnachten geplant
Foto: Malte Christians/dpa

Stille Nacht, hygienische Nacht? Was bisher gänzlich fehlt, sind verbindliche Regeln für Kirchen und Gottesdienste. Bund und Länder haben angekündigt, das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften zu suchen, um – „möglichst“ – Vereinbarungen mit dem Ziel einer Kontaktreduzierung zu treffen. Wir haben uns bereits vorab erkundigt, wie die pandemiegerechte Weihnachtsplanung läuft.

Aus dem Bistum Berlin heißt es: „Wir machen keine Aufrufe zu großen zentralen Veranstaltungen, das ist das falsche Signal. Wir ermutigen dazu, Advent in der Familie zu feiern, es ist uns bewusst, dass in der ‚Hauptstadt der Singles‘ das nicht alle erreicht, aber nach unserem Verständnis ist die kleinste Kirche die Familie.“ Eine Krippenfeier wird am Heiligen Abend im rbb übertragen. Vor-Ort-Gottesdienste soll es vom 24.12. um 12 Uhr bis zum 25.12. am Abend „fast durchgehend“ geben – allerdings mit Anmeldepflicht. Noch sind die Prozesse nicht „überall so vorbereitet“, grundsätzlich soll das Ganze „online und telefonisch“ funktionieren.

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz überlegt laut eigener Aussage bereits seit August, wie sich die Advents- und Weihnachtszeit pandemiekonform gestalten lässt und hat diverse neue Formate entwickelt. Zu Heiligabend gibt’s neben Streaming-Formaten (z.B. Prominente lesen die Weihnachtsgeschichte) Freiluftgottesdienste (etwa in der Friedensgemeinde in Charlottenburg), Wandel-Krippenspiele und Kurzandachten. Im Berliner Dom, in den normalerweise „allein zu Heiligabend 10.000 BesucherInnen kommen“, werden an den drei Weihnachtstagen sieben Gottesdienste mit jeweils 176 TeilnehmerInnen (Anmeldung via Mail) angeboten – eine zusätzliche Outdoorveranstaltung ist in Planung.

Und was sagt der Humanistische Verband Berlin Brandenburg? „Wir dürfen, genau wie die Kirchen, täglich Veranstaltungen ohne jede Personenobergrenze durchführen. Dies ginge jedoch gegen jeden gesunden Menschenverstand. Wir machen von unserem Privileg keinen Gebrauch. Infektionsschutz geht vor.“ Und: „Warum nicht gemeinsam Vernunft walten lassen und für den Sommer und die Zeit nach dem Impfstoff ein umso größeres Beisammensein mit Familie und Freunden organisieren?“ Grübelstoff.