Ein Herz für Raucher am BER

Sollte der BER mal eröffnen, dann werden vermutlich Raucher aufatmen. Während weltweit immer mehr Flughäfen das Rauchen einschränken (zuletzt in Thailand), wird in Schönefeld an die Zigarettenfans gedacht sein. Denn anders als zum Beispiel heutzutage in Madrid oder London-Heathrow, sind Zonen und Kabinen eingeplant, in denen gequalmt werden darf. Jeder, der mit einem Raucher mal länger unterwegs sein musste, wird dies vermutlich begrüßen. Doch Nichtraucherschützer sehen das sehr kritisch. „Dort werden Giftstoffe in die gesamte Umgebung emittiert“, sagt beispielsweise die Ärztin Martina Pötschke-Langer, die Vorstandsvorsitzende des Aktionsbündnisses Nichtrauchen e.V. Problematisch findet sie das, weil sich Passagiere auf Flughäfen dem nicht entziehen könnten. „Das ist kein Nichtraucherschutz.“ Zudem seien Kabinen eine zusätzliche Gesundheitsgefahr für Raucher: Glimmende Stummel setzten weitere Giftstoffe frei.

Catherine Pieroth, gesundheitspolitische Sprecherin der Berliner Grünen, findet auch kein Gefallen an solchen Kabinen („abschreckend“). Sie hätte aber, wenn es keine andere Lösung gibt, grundsätzlich nichts gegen Raucherzonen in Außenbereichen, „allerdings nicht einsehbar und schon gar nicht am Eingang“. Entspannter sieht es Florian Kluckert, FDP-Gesundheitspolitiker: „Es ist vollkommen richtig, dass es Orte für Raucher im BER geben wird.“ Nichtraucher dürften aber nicht belästigt werden. Wenn es nach Kluckert ginge, dann gebe es eines Tages auf unterirdischen S-Bahnstationen auch mal Raucherkabinen.