Lompscher baut um
Machen wir also schnell weiter und dann ab in den Schatten, damit unser kleiner Berlin-Newsletter nicht auch noch einen Hitzestich abbekommt…
In aller Ruhe baut Stadtentwicklungssenatorin Lompscher ihr Haus zur Stadtstillstandsverwaltung um – nächster Stein in der Festung zur Abwehr ehrgeiziger Koalitionsziele: die Neubesetzung der Abteilungsleitung IV, zuständig und verantwortlich für „Wohnungswesen, Wohnungsneubau, Stadterneuerung, Soziale Stadt“. Die Abteilung IV mit ihren fünf untergeordneten Referaten ist die Herzkammer der Wohnungsbaupolitik des Senats, doch seit sich deren bisheriger Leiter und Müller-Getreue Jochen Lang im März in die Senatskanzlei rettete, werden dort neue Parolen an die Wand gesprüht.
Und so verlief auch das Verfahren für die Besetzung der vakanten Abteilungsleiterstelle - aus einem größeren Kreis von Bewerbern, von denen alle die beamtenrechtlichen Voraussetzungen für die B4-Stelle erfüllten, wurden nur zwei zum Gespräch eingeladen: ein nach B3 eingestufter Referatsleiter der Baubehörde (IV A, zuständig u.a. für die städtischen Wohnungsgesellschaften) – und Sandra Obermeyer, Jugendstadträtin von Mitte. Während es an der fachlichen Qualifikation des internen Bewerbers aufgrund seiner Erfahrung kaum Zweifel gibt, findet sich in der Vita der Politikerin kein einziger Hinweis auf eine berufliche Beschäftigung mit dem Thema Bauen. Nur mit der „Zweckentfremdungsverbotsverordnung“ hatte die von den Linken fürs Bezirksamt nominiert Volljuristin schon zu tun – sie ist auch zuständig für Bürgerdienste, im Mai gab sie der Abendschau dazu ein Interview (hier zu sehen).
Beim Assessment-Center, an dem u.a. Lompschers Staatssekretär Sebastian Scheel teilnahm, musste sich Obermeyer aber ohnehin keine Sorgen machen, an mangelnder fachlicher Qualifikation zu scheitern: Zu Vorstellungen über den Wohnungsbau oder nach konkreten Konzepten wurde sie gar nicht erst gefragt – stattdessen sollte sie Auskunft geben zum Frauenförderplan. Das reichte offenbar: Die Entscheidung fiel auf die Jugendstadträtin, jetzt fehlt nur noch die Zustimmung des Personalrats. Mal sehen, wie lange SPD und Grüne da noch zuschauen.