Wellenlängenschieber stellt Ermittlungen ein

Der Wellenlängenschieber ist reif für das Lexikon der Berliner Kriminalgeschichte. Ach, Sie wissen nicht, was das ist? Also: Als Wellenlängenschieber bezeichnet man fluoreszierende Materialien, die höherfrequente Photonen absorbieren und niedrigfrequente Photonen emittieren. Mit anderen Worten: Ein W. kann u.U. feststellen, ob der Goldstaub, den die Polizei im Auto eines Verdächtigen aufgesammelt hat, von der geklauten 100-Kilo-Münze aus dem Bodemuseum stammt - oder vielleicht doch nur vom Brautschmuck einer Großfamilienhochzeit. Ein solcher W. steht in der Bundesanstalt für Materialforschung (Unter den Eichen 57), „eine monströse Apparatur“, wie Mitarbeiter ehrfürchtig sagen. Und dorthin schickte die Berliner Polizei den verdächtigen Goldstaub, aber dann - geschah nichts. Denn der W. im BAM stellte Anfang November klammheimlich seine Ermittlungen ein - technischer Defekt, Anlage kaputt. Nach dem Shut down schiebt der BAM-Apparat zwar seit ein paar Tagen wieder seine Wellen, aber der Goldstaub wird jetzt anderswo analysiert - weit weg von Berlin.