Chaos nach IT-Update: Software legt Berliner Kitaträger lahm

Nach dem missglückten Update des Software-Systems ISBJ herrscht in Berliner Kitas weiter Chaos: Anmeldungen dauern ewig, Daten verschwinden und vielen Trägern fehlen Einnahmen aus Elternbeiträgen. Von Margarethe Gallersdörfer.

Chaos nach IT-Update: Software legt Berliner Kitaträger lahm
Credit: dpa / Jens Kalaene

Falls Sie in letzter Zeit Wutschreie aus den Verwaltungsräumen Ihrer Kita vernommen haben: Das Update der Software-Systems ISBJ, das vor den Sommerferien die Ausgabe von Kita- und Hort-Gutscheinen in vielen Jugendämtern wie berichtet lahmgelegt hat, ist immer noch nicht verdaut. Leidtragende sind nun vor allem die Kita- und Hortträger – mitten in der Aufnahmephase. Anmeldezeiten von bis zu zehn Minuten. Ständige Neuanforderungen des Bestätigungscodes. Ein „Dokumententresor“, der die vielen Bestätigungsmails ersetzen sollte, nun aber häufig leer bleibt. Und Kinderdaten, die 15 Mal eingegeben werden müssen, bevor die Buchung endlich im System auftaucht. Die Anlässe zum Ausflippen sind mannigfaltig. Und das Chaos ist perfekt für viele Kitaträger, die derzeit keinen sicheren Überblick haben, ob und wie viele ihrer Schützlinge korrekt angemeldet sind.

Im Hortbereich wiederum fallen Kinder nach der dritten Klasse aus der Kostenfreiheit raus – doch wegen der Systemprobleme wird den Trägern derzeit oft nicht angezeigt, wie hoch die Beiträge sind, die sie nun von den Eltern eintreiben müssen. Vielen fehlen deshalb jetzt die Einnahmen für August und September. „Die Senatsverwaltung hatte uns versichert, dass diese Fehler bis Anfang September behoben werden, aber bisher gibt es keine Verbesserung“, beklagt Torsten Wischnewski vom Paritätischen. Und berichtet mit Grausen, dass schon das nächste Update droht: Anfang Oktober soll das ISBJ-Portal für die Träger auch noch erneuert werden. Droht hier das nächste durch die Bildungsverwaltung verantwortete Chaos?

„Uns ist bewusst, dass die bestehenden Einschränkungen für Träger und Jugendämter eine spürbare Belastung darstellen“, sagt eine Sprecherin auf Nachfrage. Man arbeite „mit Hochdruck daran, die Stabilität des Systems zu verbessern und verbliebene Fehler schrittweise zu beheben“. Der „laufende Betrieb“ sei aber sichergestellt. Und das Update? „Die Umsetzung des Trägerportals ist weiterhin für Oktober vorgesehen; entscheidend ist jedoch, zuvor die bestehenden Herausforderungen vollständig zu lösen.“ Blumen, Schokolade, Beruhigungsmittel – tun Sie zwischendurch mal was Gutes für die Menschen, die Ihr Kleinkind betreuen und dabei offenbar selbst nicht gut betreut werden.