Rechnung auf dem Viktoria-Luise-Platz
Das Geld liegt in Berlin bekanntlich relativ selten auf der Straße. Aber dafür manchmal eine dicke Rechnung auf dem Viktoria-Luise-Platz in Schöneberg. Über die würde vermutlich nicht viel Aufhebens gemacht, drehte sie sich nicht ums Kanzleramt („Ausführungszeitraum 31.03.2017 bis 24.04.2019“). Für fast drei Millionen Euro wurden dort undichte Stellen beseitigt, wie Tagesspiegel-Kollege Alexander Fröhlich schreibt. Natürlich ging es nicht Verrätern an den Kragen, sondern verräterischen Wasserschäden in der Tiefgarage. Wobei: Lecks muss es auch woanders gegeben haben, denn sonst wäre die Rechnung nicht auf dem Trottoir gelandet. Auf dem Schreiben, ausgestellt von der Baufirma, finden sich Stempel des Bundesamts für Bauwesen und des Kreuzberger Architekturbüros, das die Abrechnung wohl checkte. Firma und Prüfer wollten sich nicht äußern, die Bundesbehörde gibt sich – nach anfänglicher Erheiterung zerknirscht wie Sand im Betonmischer: „Wir nehmen den Vorfall sehr ernst.“ Wichtig sei aber noch der Hinweis, dass im Kanzleramt nichts saniert, sondern nur Mängel beseitigt werden. Als hätte jemand den Zustand der der GroKo beschrieben.