Mietpreise werden wohl weiter steigen

Das wichtigste Thema dieser Tage spielte im Senat übrigens  gar keine Rolle – als hätte der Regierende Bürgermeister nicht gerade groß angekündigt, dem Großvermieter „Deutsche Wohnen“ (mehr als 100.000 Einheiten in Berlin) die GSW-Bestände abzukaufen, Enteignung nicht ausgeschlossen. Erst im Anschluss der Sitzung gab ein Ritter der Tafelrunde vorsichtig einen Ton dazu von sich: „Wer glaubt, dass man  alles kaufen könne, überschätzt die Finanzmittel des Landes Berlin“, verkündete Finanzsenator Matthias Kollatz, allenfalls „selektive Zukäufe“ hält er für möglich – obwohl Berlin im vergangenen Jahr einen Rekord-Überschuss von 2,4 Mrd Euro erzielte.

In der Koalition setzen viele auf den Symbolwert von Kaufankündigung und Enteignungsdrohung. Wie wenig Einfluss die politische Debatte auf den Markt tatsächlich hat, beschreibt Jochen Möbert, Analyst der „Deutschen Bank“: „Jetzt beginnt sich abzuzeichnen, dass Berlin nicht nur zu westdeutschen Metropolen aufschließt, sondern auf dem Weg ist, diese zu überholen. Gerade der Jobaufbau in Zukunftsbranchen spricht für die Entstehung einer Innovationshochburg Berlin. Diese Entwicklung stellt eine  exzellente Basis für den Wohnungsmarkt dar. Wir erwarten einen lang anhaltenden Hauspreiszyklus.“ Das relativiert die Hysterie der hiesigen Wirtschaft – und bestätigt die Sorgen der Mieter: Es geht weiter aufwärts (mit den Preisen).