Liebesgrüße aus Paris

Liebesgrüße aus Paris vom politischen Familienbetrieb Spranger-Stroedter: Die Innensenatorin nahm ihren Mann mit auf Dienstreise in die französische Hauptstadt – und der nahm unangemeldet an einer Besprechung in der deutschen Botschaft teil. Dabei hatte Parlamentspräsidentin Cornelia Seibeld vor der Reise ausdrücklich darauf hingewiesen, dass der SPD-Fraktionsvize seine Frau zwar begleiten könne, wenn er die Kosten selbst trage – allerdings dürfe er nicht an offiziellen Terminen teilnehmen. Zugelassen waren dort nur Mitglieder des Verfassungsausschusses, dem Jörg Stroedter nicht angehört (er ist im Wirtschaftsausschuss).

SPD und CDU versuchten gestern noch, die Sache unter der Decke zu halten – angeblich wegen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte der Betroffenen. Doch vergeblich – die Opposition verweigerte die Geheimhaltung. Iris Spranger verteidigt den Vorfall so: Beim Gespräch sei es um das Thema Prävention gegen Kriminalität gegangen, und das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch andere Ausschüsse und Senatsverwaltungen angehe. Deshalb habe sie kein Problem darin gesehen, dass der stellvertretende SPD-Fraktionschef am Termin teilnimmt – ebenso wenig wie der Ausschussvorsitzende Kurt Wansner (CDU). Außerdem sei Ihr Mann, wie mit Seibeld verabredet, nicht beim offiziellen Essen dabei gewesen.