Behörden wissen erstaunlich wenig über Angriffe

Als eine Art Experiment ging ein junger arabischer Israeli mit Kippa auf dem Kopf am bürgerlich bewohnten Helmholtzplatz spazieren – weit kam er nicht: Ein ebenfalls arabisch sprechender Junge drosch unter lauten „Yahudi, Yahudi“-Rufen („Jude, Jude!“) mit einem Ledergürtel auf ihn ein, vor dutzenden Zeugen, die an den Cafés den Frühling begrüßten.  Nur eine Frau stand auf und griff ein. Immer mehr antisemitisch motivierte Angriffe werden gemeldet, doch die Behörden wissen davon erstaunlich wenig, wie die folgende Antwort von Stadtrat Oliver Schwork (T’hof-S’berg) auf eine Frage der Bezirksverordneten Dagmar Lipper (FDP) zeigt – die wollte wissen: „An welchen Schulen kam es in den letzten zwei Jahren zu Vorfällen im Bereich Extremismus, Radikalismus, Antisemitismus?“ Schworks Antwort: „Es gab Fälle an einzelnen Schulen.“ Das hätte der Sprecher von Radio Eriwan auch nicht besser sagen können.