Tag 4 der Extinction Rebellion in Berlin


Davon, sich mit Sekundenkleber an die Fassade des Roten Rathauses zu heften, steht in der Pressemitteilung nichts. Das haben einige Protestler von Extinction Rebellion gestern gemacht, an der Fensterfront des Konrad-Adenauer-Hauses. Und so glücklich kann frau aussehen, nachdem sie von der Polizei dort abgelöst wurde (im Sinne von entfernt, nicht im Sinne einer Staffelübergabe).

Kurzer Blick auf Tag 4 der XR-Proteste – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

- Jannowitzbrücke von der Polizei geräumt
- Polizisten verhindern Blockade der Karl-Liebknecht-Brücke
- Rund 200 Aktivisten protestieren vor CDU-Parteizentrale
- Marschallbrücke weiterhin besetzt
- Kurzzeitige Blockade am Hackeschen Markt
- Proteste auch vor dem Willy-Brandt-Haus
- Strategieänderung: Aktivisten „schwärmen aus“ und blockieren zahlreiche Orte in Kleingruppen: u.a. Hermannplatz, Amerika-Gedenkbibliothek
- Besuch bei Robert Habeck in der Invalidenstraße (Botschaft: „Wir sind enttäuscht!“)
- Eingang zum Bundesverkehrsministerium mit E-Rollern versperrt. Forderung: „Mobilitätswende statt Scheinlösungen“. Ob die Roller nun ersteres oder zweiteres sind – diese Einschätzung überlasse ich Ihnen.
- Chausseestraße beim Naturkundemuseum blockiert
- Kottbusser Brücke am Kottbusser Damm besetzt
- Kottbusser Brücke geräumt
- Marschallbrücke nach rund 40 Stunden Blockade ebenfalls geräumt „Entschuldigung für die Störung“, schreibt Jens Blume, Ingenieur, Vater, Radaktivist, der bei den Blockaden dabei war: „Auch wir XR-Aktivistinnen würden lieber andere Dinge tun, aber es handelt sich bei der Klimakrise um einen Notfall, der außergewöhnliche Maßnahmen erfordert.“

Für heute früh erstmal Entwarnung: Die Klima-Rebellen wollen ausschlafen. Das kündigten sie in der Nacht in einer internen-Chat-Nachricht an. Für 13 Uhr haben sie am Brandenburger Tor eine Demo angemeldet. Am Nachmittag und Abend sind Musik, Performances und eine offene Versammlung zum Thema „Klimanotstand?“ im Camp vor dem Kanzleramt geplant. Und sie wollen den „Outreach zu den BerlinerInnen“ verstärken. „Denn wenn wir erfolgreich sein wollen, brauchen wir mehr Menschen.“