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Nach dem Attentat in Halle wird diskutiert, wie sicher Juden in Berlin sindKlimaaktivisten wollen das Rote Rathaus umzingelnDer Finanzsenator ist überraschend im Urlaub und verpasst den Koalitionsgipfel zum Mietendeckel

Es war eine Holztür, die am Mittwoch in Halle vielen Menschen das Leben rettete. Als der Attentäter auf sie schoss, versuchte, sie mit dem Fuß einzutreten, „in dem Moment dachte ich: Das Leben geht vorbei“, sagt Roman Yossel Remis. Der Berliner war an dem Tag in der Synagoge, um der kleinen Gemeinde an Jom Kippur als Vorbeter auszuhelfen. Seinen Augenzeugenbericht hat Remis auf Facebook veröffentlicht. Besonders nahe geht dieser Satz: „Heute habe ich wirklich erlebt, was es bedeutet, jüdisch zu sein im Jahre 2019 in Berlin.“

Und es gibt so viele andere Geschichten, die uns vor Augen führen, wie Juden in Berlin ein Leben in latenter Bedrohung führen. Wie die der Kinder in einem jüdischen Kindergarten, die Zuhause erzählen, dass sie ein Spiel gespielt hätten: Darin sind die Erzieherinnen Katzen und die Kinder Mäuse. Mäuse, die sich möglichst gut verstecken müssen. Es ist nicht erst seit Halle, dass wir verstehen, dass dies kein Spiel ist. Es ist eine Übung (via Nicole Diekmann). Mehr dazu, was junge Berliner Juden jetzt denken: weiter unten bei „Zitat des Tages“.

Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, fordert nach dem Anschlag wirksameren Schutz. „Jüdische Einrichtungen – Synagogen, Schulen, Gemeindehäuser – brauchen einen Terror-Alarm-Knopf“, sagte er dem Tagesspiegel. „In Halle dauerte das Warten auf die Polizei zu lange, das darf sich nicht wiederholen.“ Das sieht CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer auch so.

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