Senat prüft Verbot von „Wohnen auf Zeit“

Wir bleiben beim Thema Wohnen und werfen einen Blick ins Horrorkabinett aka Immoscout: Am Donnerstag spuckte das Portal 6.342 Treffer für Mietwohnungen in Berlin aus – die meisten davon allerdings nur für Top-Verdiener bezahlbar. Für das sogenannte „Wohnen auf Zeit“, also die befristete, noch viel teurere Vermietung von möblierten Wohnungen, gab es 7.568 Treffer. Dass dieses Verhältnis in einer Mieterstadt wie Berlin schräg wirkt, ist mittlerweile auch beim Senat angekommen. Auf Tagesspiegel-Anfrage bestätigte die Senatsbauverwaltung, dass ein Verbot dieser Vermietungsart in Milieuschutzgebieten geprüft wird – rund 1,2 Millionen Berlinerinnen und Berliner leben in solchen Gebieten.

Was die Sache für den Senat pikant macht (um es freundlich zu sagen): Die landeseigene „berlinovo“ gehört immer noch zu den Unternehmen, die genau solche Verträge für teures möbliertes Wohnen auf Zeit an allen Deckeln, Spiegeln und Bremsen vorbei anbietet (wenn auch etwas verschämter als früher). Etliche Angebote finden sich für solche Apartments derzeit auf der Website, z. B. 21qm in der Iranischen Straße für 750 Euro (zzgl. Endreinigung 100 Euro), oder auch 31qm in der Swinemünder Straße ab 910 Euro (max. Mietzeit auch hier: 12 Monate). Sicher gibt es einen plausiblen Bedarf an solchen Unterkünften, z. B. für Handwerker auf Montage. Aber seine eigenen Widersprüche sollte der Senat sich hier nicht schönreden.