Musterrede des SPD-Parteivorstands für Karneval

Zu Aschermittwoch verschicken die obersten Genossen vorgefertigte Kalauer für eine schwungvolle Bierzelt-Rede – Lieblingsfeind ist Christian Lindner. Von Lorenz Maroldt

Musterrede des SPD-Parteivorstands für Karneval
Foto: Henning Kaiser/dpa

In die „Musterrede des SPD-Parteivorstands für Aschermittwoch hat es das Hamburger Ergebnis nicht mehr geschafft – anders als FDP-Chef Lindner, mit rekordverdächtigen 11 Erwähnungen Lieblingsfeind der Genossen (Merkel kommt nur 1 x vor). Das 22-Seiten-Manuskript wurde zur wohlgefälligen Bierzeltnutzung an SPD-Amts- und Mandatsträger verschickt. Falls Sie vorhaben, zu einer SPD-Aschermittwochsveranstaltung zu gehen: Hier schon mal exklusiv im Checkpoint die Stellen, an denen von Ihnen der stärkste Beifall erwartet wird (abgesehen vom Satz „Kein Fußbreit den Faschisten!“) – merken Sie sich die Schlüsselwörter, damit sie Ihren Einsatz nicht verpassen:

Die Grundrente hat Hubertus vor wenigen Tagen ins Kabinett gebracht. Das war mächtig viel Arbeit, denn Ihr habt es doch alle mitbekommen: Die anderen haben gebremst ohne Ende! Wären wir ihr Tempo mitgegangen, wäre zum Start der Grundrente Paul Ziemiak wahrscheinlich Chef der Senioren-Union.“ Tätä.

Und die CSU? In der AfD-Frage und Thüringen war sie ja erfreulich klar. Zumindest Markus Söder. In den Wochen vorher muss er sich aber wohl etwas gelangweilt haben. So richtig gute Ideen wollten ihm nicht kommen. Darum hat er das Klassentreffen in Seeon ein wenig aufgepeppt mit dem Vorschlag, das Kabinett zu verjüngen. Und das von Söder, der mit 53 Lenzen auch nicht mehr die jüngste Blüte in bayerischen Biergärten ist.“ Tätä.

Liebe FDP, unser Land sieht anders aus, als es gelegentlich durch die neoliberale Hipster-Brille erscheint. Darum sage ich ja immer: Lieber nicht regieren, Herr Lindner!“ Tätä.

Und egal, ob am Ende Merz, Laschet, Spahn oder Röttgen CDU-Chef sein wird. Keiner von ihnen sollte glauben, dass wir ihn ins Kanzleramt bringen. Mit dem Abgang von Merkel wird auch die Große Koalition beendet. Das ist klar!“ Tätä, tätä, tätä.