Warum die Rolltreppe am BER-Bahnhof nur in eine Richtung fährt
Der Bahnhof am neuen Hauptstadtflughafen ist eröffnet. Doch es führt nur eine Rolltreppe zu den Gleisen. Das hat historische Gründe. Von Lorenz Maroldt
der BER ist jetzt für ein paar Tage der erste uneröffnete Flughafen der Welt mit einem Top-Bahnanschluss (abgesehen von der 20-Minuten-Stadtverbindung: die Fertigstellung verzögert sich auf 2025) – der unterirdische Bahnhof, durch den seit einer Dekade zur Belüftung Geisterzüge rollten, wurde gestern offiziell in Betrieb genommen. Dazu die Frage für Berlinkenner: Wie viele der jeweils drei Rolltreppen zwischen Bahnhof und Terminal (pro Bahnsteig) führen die ankommenden Fluggäste zu den Gleisen?
a) eine
b) zwei
c) Willkommen in Berlin („Jeda Jang macht schlank“)
Die Flughafengesellschaft weist korrekter Weise darauf hin, dass die Pläne abwärtsführende Rolltreppen vor 15 Jahren (!) nicht vorgesehen haben (Q: „Morgenpost“, „B.Z.“). Dem Checkpoint sagte FBB-Sprecher Hannes Hönemann gestern: 1. können Rolltreppen natürlich grundsätzlich in beide Richtungen fahren, 2. gibt es an jedem Bahnsteig Aufzüge, und 3. wird sich zeigen, ob das zu einem Problem wird – „und dann würden wir das Problem lösen.“ Tja, wer es schafft, den BER in Betrieb zu nehmen, dem ist alles zuzutrauen.
Übrigens: Seit gestern heißt SXF jetzt BER (steht auch auf den S-Bahnen) und wird als Terminal 5 geführt – nicht, dass Sie sich auf die letzten Tage noch verfliegen. Und damit ist der BER ja eigentlich auch schon eröffnet. Ach, und falls Sie auf der Fahrt dorthin eine halbe Stunde Zeit haben: Carsten Behrendt und Sherin Al-Khannak haben für das ZDF einen sehenswerten Film über unseren Lieblingsflughafen gedreht (hier in der Mediathek).