der BER ist jetzt für ein paar Tage der erste uneröffnete Flughafen der Welt mit einem Top-Bahnanschluss (abgesehen von der 20-Minuten-Stadtverbindung: die Fertigstellung verzögert sich auf 2025) – der unterirdische Bahnhof, durch den seit einer Dekade zur Belüftung Geisterzüge rollten, wurde gestern offiziell in Betrieb genommen. Dazu die Frage für Berlinkenner: Wie viele der jeweils drei Rolltreppen zwischen Bahnhof und Terminal (pro Bahnsteig) führen die ankommenden Fluggäste zu den Gleisen?
a) eine
b) zwei
c) Willkommen in Berlin („Jeda Jang macht schlank“)
Die Flughafengesellschaft weist korrekter Weise darauf hin, dass die Pläne abwärtsführende Rolltreppen vor 15 Jahren (!) nicht vorgesehen haben (Q: „Morgenpost“, „B.Z.“). Dem Checkpoint sagte FBB-Sprecher Hannes Hönemann gestern: 1. können Rolltreppen natürlich grundsätzlich in beide Richtungen fahren, 2. gibt es an jedem Bahnsteig Aufzüge, und 3. wird sich zeigen, ob das zu einem Problem wird – „und dann würden wir das Problem lösen.“ Tja, wer es schafft, den BER in Betrieb zu nehmen, dem ist alles zuzutrauen.
Übrigens: Seit gestern heißt SXF jetzt BER (steht auch auf den S-Bahnen) und wird als Terminal 5 geführt – nicht, dass Sie sich auf die letzten Tage noch verfliegen. Und damit ist der BER ja eigentlich auch schon eröffnet. Ach, und falls Sie auf der Fahrt dorthin eine halbe Stunde Zeit haben: Carsten Behrendt und Sherin Al-Khannak haben für das ZDF einen sehenswerten Film über unseren Lieblingsflughafen gedreht (hier in der Mediathek).
Die New York Times schreibt über den BER mit Blick auf die angejahrte Walnussverkleidung der Check-in-Schalter und die Schoko-farbigen Wildledersitze an den Gates: „If it looks vintage – it’s because it is vintage.“ Echt alt eben – Retro ist sowieso nur was für Hipster. Vintage ist auch, was Ex-Botschafter John Kornblum in der NYT über unser schönes Städtchen sagt – nämlich, dass der BER eine Allegorie auf Berlin ist: „charmant, respektlos, exzentrisch – und völlig dysfuktional.“ Tja, in einer Woche muss Kornblum wohl eine andere Platte auflegen – der Checkpoint empfiehlt Louis Armstrong: „Nobody Knows the Trouble I've Seen.“
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DER BER:
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Endlich eröffnet der BER – und easyJet hat die Ehre, ihn einzuweihen: Am 1. November starten wir zum offiziellen Erstflug Richtung London. Wir freuen uns auf unser neues Zuhause im Terminal 1 – aber noch mehr darauf, es mit der Welt zu teilen. Mehr Infos auf easyJet.com
Gesundheitsminister Jens Spahn meldet sich per Video aus der Quarantäne: „Ein ganz großes Dankeschön möchte ich loswerden hier an das lokale Gesundheitsamt vor Ort und an die Beschäftigten dort. Ich habe erlebt, wie unaufgeregt und pflichtbewusst sie ihrer Arbeit nachgehen, gerade unter ziemlich großem Druck – und es ist etwas anderes, als Bundesminister darüber zu reden, oder es als Bürger zu erleben.“ Tja, etliche Berliner Bürger, die in den vergangenen Wochen viel Zeit und Nerven verloren haben beim Versuch, Kontakt aufzunehmen mit ihrem lokalen Gesundheitsamt, werden das ähnlich sehen – eben weil sie es ganz anders erleben als der Minister.
Viviane von Aretin, Geschäftsführerin des Tankstellenverbands, droht Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci per Mail (liegt dem Checkpoint vor) mit Klagen gegen die Auslegung der Sperrstunde: Dass nach 23 Uhr kein „Reisebedarf“ mehr an den Zapfsäulen verkauft werden darf, sei möglicherweise ein „handwerkliches Missgeschick“ – aber wenn die Verordnung nicht nachgebessert wird, „müssten wir unseren Mitgliedern empfehlen, gegen diese vorzugehen“.
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Auch andere Punkte der Verordnung wirken verwirrend – so zog die Polizei auf der Bergmannstraße plötzlich Radfahrer ohne Maske aus dem Verkehr (zu sehen hier und hier). Hm, gilt die Tragepflicht da auch? „Eigentlich nicht!“, twitterte Bürgermeisterin Monika Herrmann und bezog sich dabei auf eine Aussage von Wirtschaftssenatorin Ramona Pop im Rat der Bürgermeister. Tatsächlich aber lautet die richtige Antwort: Eigentlich doch – in der Verordnung selbst wird jedenfalls nicht zwischen Gehweg und Straße unterschieden.
Die Polizisten, die in der Bergmannstraße Radfahrer kontrollierten, fehlten dann gestern bei der wilden „Querdenker“-Demo – sie wurden schlicht überrannt. Trotz massenhafter Verstöße gegen die Infektionsschutz-Auflagen führte die Route unangemeldet über die Karl-Marx-Allee. Der „Spiegel“ zitiert den Einsatzleiter so: „Natürlich hätten wir sie aufhalten können. Aber wir wollen diese Bilder nicht.“ Tja, dafür bekam er andere Bilder, die auch in den eigenen Reihen demoralisierend wirkten: „Das hat doch alles keinen Sinn hier“, hörte unser Kollege Julius Geiler einen Beamten zu seiner Kollegin sagen (seine Videos der Demo finden Sie hier).
Hier drei Beispiele, warum entschlossene Einsätze gegen die immer radikaler werdende Szene „Sinn machen“ machen würden:
1) Ein Verschwörungsschwurbler (hier auf dem Bild mit Bill-Gates-Plakat) teilte unserem Reporter mit, dass er „nach dem Umsturz wie alle anderen Systemjournalisten an einem Baum hängen“ werde.
2) Die Abgeordnete Anne Helm (Linke) wurden in einem Bus von einer Maskenverweigerin angespuckt.
3) Bei Flashmobs in S-Bahnen und Einkaufszentren wurden Maskenträger drangsaliert und attackiert.
Wer den Brandanschlag aufs RKI verübt hat, ist noch unklar (aber eine Ermittlungshypothese dürfte nicht so schwer zu erstellen sein).
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Online-Fachgespräch: Trump vs. Biden: The Day After Tomorrow
Die US-Wahl wird nicht nur für die USA, sondern auch für Europa von erheblicher Bedeutung sein. Welche Folgen hätte Trumps Wiederwahl? Welche Auswirkungen ein Sieg Bidens? Darüber diskutieren wir am 28.10. mit Dr. Michael Werz (Center for American Progress), Danielle Pletka (American Enterprise Institute) und Annett Meiritz (Handelsblatt).
Am Abend vor dem Schulbeginn (Ende der Herbstferien) kündigte Michael Müller bei „Anne Will“ an: „Ich glaube, wir dürfen in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und bei Kitas und Schulen nicht so vorgehen wie im März oder April, wo wir von einem Tag auf den anderen alles zugemacht haben.“ Berlins Bildungssenatorin will jedenfalls mit Regelunterricht starten. Ob das gutgeht?

Wie sehr Rede und Handeln in der Pandemie manchmal auseinanderfällt, zeigte sich am Ende von „Anne Will“, als die Diskutanten aufstanden und (fast) alle ganz nah zusammenkamen – ohne Mund-Nase-Schutz natürlich (hier zu sehen). Der treffendste Kommentar zu den Corona-Widersprüchen unserer Zeit kam gestern übrigens von Micky Beisenherz: „2020 ist, wenn sich auf einer Fetischparty alle weigern, eine Maske zu tragen.“ Die Polizei hatte so ein Event an der „Alten Münze“ aufgelöst und anschließend nüchtern festgestellt: „Für ca. 600 Gäste einer Fetisch-Party in Mitte endete diese vermutlich unbefriedigend.“ Und Naomi Fearn hat sich die Sache für die „Berliner Schnuppen“ natürlich auch noch mal angesehen (in der Abo-Fassung gleich vor dem Telegramm).
Eine große Show mit Überraschungsgast bot am Sonntagabend die CDU in Charlottenburg-Wilmersdorf – leider ohne Publikum. Michael Müller und Sawsan Chebli, die beide hier für die SPD direkt in den Bundestag wollen (die Entscheidung der Mitglieder wird diese Woche bekannt gegeben), hätten jedenfalls ihren Spaß gehabt. Denn bisher galt der CDU-Abgeordnete Klaus-Dieter Gröhler als Favorit, zweimal konnte er den Wahlkreis bereits gewinnen. Und im vergangenen Jahr verdrängte er Generalsekretär Stevan Evers vom CDU-Kreisvorsitz, seine Nominierung als Direktkandidat galt damit als sicher. Doch gestern blamierte ihn seine eigene Partei – und versaute Gröhler so den Wahlkampf, noch bevor er überhaupt begonnen hat. Auf den Plakaten wird kein starker Kandidat zu sehen sein, sondern ein politisch Versehrter – und das kam so:
Im ersten Wahlgang versagten die Delegierten Gröhler mit 31 zu 36 Stimmen die erforderliche Mehrheit – ohne Gegenkandidaten. Ein Misstrauensvotum, ein Makel, ein Affront. Und plötzlich zog die Vize-Kreisvorsitzende Stefanie Bung einen schrillen Joker: Sie präsentierte den früheren FDP-Landesvorsitzenden und Ex-MdB Martin Lindner als Gegenkandidaten für den zweiten Wahlgang – der Jurist war erst vor wenigen Tagen in die CDU eingetreten. Ein echter Popcorn-Moment. Aber auch eine Umdrehung zu viel: Gröhler schleppte sich mit zerrissenem Anzug und einer Stimme Vorsprung ins Ziel (34 zu 27 bei sechs Enthaltungen und einem Nein-Votum) – aber wenn er sich umdreht, sieht er rauchende Trümmer.
Bereits am Vortag war es bei den Nominierungen für die Bezirks- und Abgeordnetenhauswahlen so wild zugegangen wie einst bei der Alternativen Liste. So scheiterte JU-Vize Philipp Dillmann, im vergangenen Jahr am Sturz von Evers beteiligt, mit dem Versuch, fürs Agh aufgestellt zu werden. Und auch für den stellvertretenden Bezirksbürgermeister Arne Herz ist kein Platz mehr. Die Chancen der SPD, den Bundestagswahlkreis Cha-Wi direkt zu gewinnen, sind angesichts des Zustands der Konkurrenz jedenfalls schlagartig gestiegen.
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Die aktuelle gesellschaftliche Rolle war den Grünen vor 40 Jahren nicht in die Wiege gelegt: Die Veränderung will diskutiert werden. Darum geht es in Gesprächen und Workshops u.a. mit Annalena Baerbock, Marianne Birthler, Robert Habeck, Armin Nassehi, Cem Özdemir. Diesen Freitag (17-19.30 Uhr) und Samstag (10-13 Uhr). Anmeldung: boell.de/grz20
Berliner Schnuppen
Telegramm
Wegen der Hauptstadtzulage von 150 Euro p.P. (öffentlich Bedienstete) fliegt Berlin heute wohl zum zweiten Mal nach 1994 für eine politisch plausible Entscheidung aus der Tarifgemeinschaft der Länder (damals ging es um die Angleichung der Gehälter Ost/West) – hier zu leben, ist eben einfach unbezahlbar.
Allzu heißblütig sollten die Delegierten des SPD-Krönungs-Parteitags am kommenden Sonnabend nicht im „Estrel“ erscheinen – vor der Akkreditierung erfolgt eine „Temperaturkontrolle“ (auch als Fiebermessen bekannt). Immerhin: „Aufgrund der Wahlen, die elektronisch stattfinden, erwarten wir erfahrungsgemäß keine ‚Stoßzeiten‘ für den Gang zum WC.“ Die Delegierten aus Spandau, Neukölln und Tempelhof-Schöneberg sitzen übrigens direkt vor dem RednerInnenpult – da ist gute Stimmung gesichert, wenn Raed Saleh (Spandau), Franziska Giffey (Neukölln) und Michael Müller (TS) sprechen.
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Bio? Logisch!
Plastik und kompostierbares Plastik gehören nicht in die Biotonne. Sie werden nicht verwertet. Plastik kann schlimmstenfalls als Mikroplastik auf den Feldern landen und die Natur verschmutzen. Sammle Biogut in Papiertüten, alten Zeitungen oder verwende Gefäße, die du in der Biotonne entleerst.
Mehr Tipps gibt's hier: www.BSR.de/Biogut
Der Bericht über die „Beschleunigung der Digitalisierung der Berliner Verwaltung unter dem Aspekt der Corona-Pandemie“ hat sich etwas verzögert (die Innenverwaltung bat um Fristverlängerung bis zum 28.10.) – doch jetzt ist er da, und wir schauen schon mal rein… Erster Satz: „Auf den Ausbruch der Corona-Krise im März 2020 konnte die IKT-Steuerung schnell reagieren.“
Einige Fortschritte sind allerdings tatsächlich zu vermelden: So verfügt die Verwaltung jetzt über 12.500 VPN-Verbindungen (sicherer mobiler Zugriff) – zu Beginn der Pandemie konnten nur 2500 Beschäftigte von Zuhause aus arbeiten. Genutzt werden aber gerade mal „wenige Hundert“ der „Tunnel“, wegen „der geringen Ausstattung mit Mobilgeräten“. Neben einiger vollzogener Verbesserungen beim „Digitalen Bürgerfortschritt“ (wird wirklich so genannt) kündigt IT-Staatssekretärin Sabine Smentek quasi nebenbei auch eine echte Sensation an: eine „Online-Voranzeige für Geburten und Sterbefälle“. Jetzt brauchen Sie also nur noch einen Termin beim Wahrsager.
Die „B.Z“ enthüllt: „Tegel im Visier der Stasi“ – vielleicht sollte Mielke mal jemand sagen, dass das Ding Anfang am 7. November geschlossen wird.

Das Projekt @wasihrnichtseht macht Rassismuserfahrungen von Schwarzen sichtbar. Wir machen das durch eine Kooperation an dieser Stelle auch.
Hinweis: Die Meldung „Berliner Unterwelten droht Insolvenz“ kommt nicht aus Neukölln – trotz der Beschlagnahmung von Vermögen diverser Clans (und dem missglückten Abschleppmanöver der CDU, CP vom 23.10.). Es geht um den Verein, der allein im vergangenen Jahr 350.000 Menschen durch unterirdische Gänge und Bunker führte – aber jetzt wegen Corona kein Licht mehr am Ende des Tunnels sieht.
Eigentlich wollten wir noch die Zahl der Gerichtspleiten des Senats in dieser Legislaturperiode recherchieren, aber bis Redaktionsschluss kamen wir damit nicht durch (kommt einiges zusammen). Ex-SPD-Bürgermeister Heinz Buschkowsky hat sich nach der Video-Schlappe des Innensenators (Geisel hatte die Initiatoren des Volksbegehrens für mehr Überwachung nicht angehört) jedenfalls schon mal vage auf „Watschen-Abo“ festgelegt.
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Mehr Platz im Knast: 124 Gefangene dürfen per Gnadenerlass ein paar Wochen früher gehen – damit sie sich rechtzeitig vor Weihnachten um eine Herberge kümmern können. Für alle anderen sucht die Justizverwaltung gerade per Ausschreibung 889 Tetra-Handfunkgeräte.
Korrektur zur Meldung „Bundestagskandidatur“ (CP v. 24.10.): Es stimmt, dass Ann Cathrin Riedel für die FDP in Friedrichshain-Kreuzberg antritt. Es stimmt nicht, dass sie aus der SPD ausgetreten ist – da war sie nämlich nie drin. Sie trat nur „aus Wut über das Umfallen der SPD bei der Vorratsdatenspeicherung“ der FDP bei – und dafür muss natürlich niemand vorher irgendwo Mitglied gewesen sein.
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BER Count Up – Tage seit Nichteröffnung:
Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup hat das Wunder vollbracht: Am 31. Oktober 2020 ist der Flughafen BER offiziell eröffnet worden. 3.073 Tage nach der ersten Nicht-Eröffnung stellen wir damit unseren Count Up ein. Wer nochmal zurück blicken will: Im Tagesspiegel Checkpoint Podcast "Eine Runde Berlin" spricht Lütke Daldrup mit Tagesspiegel Chefredakteur Lorenz Maroldt und Checkpoint Redakteurin Ann-Kathrin Hipp über detailverliebte Kontrollen, politische Befindlichkeiten und aufgestaute Urlaubstage.
Zitat
„In unserem Restaurant haben wir eine sehr freundliche Selbstbedienung“
Hinweistafel am Müggelturm
Tweet des Tages
Hab dem Kellner erzählt, dass ich Clubs so vermisse und jetzt spielt er jeden Song, den wir hören wollen, und wir dürfen am Tisch sitzend dazu mitschunkeln. (Alle Bestimmungen werden eingehalten werte Twitterfreunde).
Stadtleben
Neu in Charlottenburg – Kichererbsen im Überdruss finden Nahost-Foodies seit Samstag in der Knesebeckstraße 48: Zwischen schreiend-grellen Pop-Art-Drucken kredenzt der Hummus Room Salate, Wraps und Etageren, aus denen der Hummus nur so quillt – unser Favorit: die dekadente Kichererbsen-Platte mit Mango, Chili und Maracuja (11 Euro). Zum Nachtisch gibt’s süße Hummus-Pancakes (mitsamt Teriyaki-Dressing!) und Milchshakes. Von den Wänden wachen Affen im Raumfahrtanzug über die Gäste, die sich auf die Plüschsofas fläzen – wer lieber zurück ins Homeoffice saust oder ein Picknick im Tiergarten plant, schnappt sich eine der Lunchboxen (ab 6,50 Euro). Mo-Sa 11-19 Uhr, U-Bhf Uhlandstraße
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Tagesspiegel-Podcast "Gyncast"
Folge 13: HPV – Die Geschlechtskrankheit, die wir alle haben. Humane Papillomviren können harmlose, aber lästige Feigwarzen oder im schlimmsten Fall Gebärmutterhalskrebs verursachen – wenn unser Immunsystem nicht allein mit ihnen fertig wird. Wer soll sich wann impfen lassen und schützen Kondome wirksam?
Jetzt anhören!
Berlinbesuch zur hedonistischen Nacht ins Berghain schleusen – digital, versteht sich. Das Kunstprojekt „Enter the Club“ projiziert Bass und Beton geradewegs ins eigene Heim: Per App scannen Nachtschwärmer den Boden ihres Wohnzimmers, bevor vor ihnen die bunte Animation hemmungslos feiernder Clubgänger aufploppt. Um selbst in die hehren Hallen zu schreiten, müssen User jedoch die rigide Inspektion Sven Marquardts passieren – noch kein Glück? Wem dies partout nicht gelingen mag, empfehlen wir den Abstecher zum Berghaintrainer: Das Virtual-Reality-Tool analysiert Mimik und Antworten der Befragten, um ihr gnadenloses Urteil zu fällen. Boxen an und auf in die Nacht – sicher in den eigenen Wänden.
Geschenk – Den Korb in die Hand, die Stiefel geschnürt: Es geht in den Wald! Kreative Schenker pflücken ihre Mitbringsel selbst – zum Beispiel tief in den Müggelbergen, wo Steinpilze und Pfifferlinge aus dem feuchten Erdboden sprießen. Wer gewieft ist, steht schon frühmorgens im Moos und forstet nach den prächtigsten Exemplaren, bevor andere Sammler den Wald abgrasen. Mit reichlich Beute geht’s eine Runde um den Teufelssee, ums kleine Hochmoor oder hinauf auf den Aussichtsturm – und dann flott nach Hause zum Pilzputzen! Checkpoint-Tipp: Die nächste Pilzberatung finden Sie hier.
Karten sichern – Filigrane Skizzen ziehen sich durch die „Welt der Renaissance“, Engel, Krieger, Elefanten. In seinem neuen Sammelband verknüpft Herausgeber Tobias Roth die erotischen Gedichte Petrarcas mit Seereisen, Pest und weißer Magie. Wer sich nach akademischem Eskapismus sehnt, ist morgen im Literaturhaus Berlin gut aufgehoben: Ab 19 Uhr stellen Autoren und Schauspieler die Sammlung vor und plaudern über die Skandale der Ära. Tickets erhalten Sie für 7/4 Euro hier – eine Abendkasse gibt es nicht.
Last-Minute-Kino – Die weite Welt scheint derzeit fern. Grund, vor die flimmernde Leinwand zu flitzen: Das Babylon Kino am Rosa-Luxemburg-Platz lädt am Abend zur Vorpremiere der Reise einer 20-Jährigen, die vier Jahre lang mit Wildpferden durch Europa zog – von Dänemark bis zur Algarve. Wenn der Vorhang gefallen ist, stellt sich die Protagonistin den Fragen der Berliner, auch Podcasterin Laura Seiler ist vor Ort. Los geht’s ab 18.30 Uhr, wenige Plätze für „Wildherz“ erstehen Sie noch für 9 Euro hier – oder bei uns: Bis 12 Uhr verlosen wir 2x2 Tickets.
Berlin heute
Verkehr – BVG: Die U9 ist zwischen Walther-Schreiber-Platz und Rathaus Steglitz unterbrochen, bitte steigen Sie auf die vorhandenen Buslinien um (bis 4. Dezember). Die U2 hält in Richtung Ruhleben nicht am Sophie-Charlotte-Platz (bis 27. November). Aufgrund von Gleisarbeiten fährt die M13 zwischen S Warschauer Straße und Björnsonstraße, die Linie 50 verkehrt zwischen Guyotstraße und Björnsonstraße. Ein Ersatzverkehr ist eingerichtet (bis 16. November).
S-Bahn: Die Linien S45, S46, S47, S8 und S9 sind zwischen 22 und 1.30 Uhr zwischen Schöneweide und Baumschulenweg unterbrochen, bitte steigen Sie auf den Ersatzverkehr um.
Prinzenallee (Gesundbrunnen): Sperrung der Überfahrt zur Osloer Straße in beiden Richtungen. Auf der Osloer Straße ist auf Höhe Stockholmer Straße in Richtung Seestraße zudem nur eine Spur befahrbar (bis Mitte November).
Allee der Kosmonauten (Marzahn): Zwischen Blenheimstraße und Bärensteinstraße wird die Fahrbahn in Richtung Landsberger Allee auf einen Streifen verengt (Bis Anfang November).
Berliner Straße (Tegel): Im Kreuzungsbereich Wittestraße/Egellsstraße ist mit Fahrstreifenreduzierungen und Abbiegebeschränkungen zu rechnen (bis Anfang Dezember).
Demonstration – Am Marie-Elisabeth-Lüders-Haus demonstrieren 50 Personen für das „Grundeinkommen jetzt!“, angemeldet von der Initiative „Mensch in Germany“ (11-16 Uhr). In der Bremer Straße in Moabit protestiert der „Korea Verband e.V.“ in „Solidarität mit der Friedensstatue“, es werden 50 Teilnehmende erwartet (14-16 Uhr). Am Treptower Park kommen ebenfalls 50 Demonstrierende zu einer „Meinungskundgebung zum medizinischen Hintergrund von Corona“ zusammen (15-17 Uhr). Anlässlich des „Intersex Awareness Day“ findet auf dem Platz der Republik eine Kundgebung statt, auch hier sind 50 Personen angemeldet (15-18 Uhr).
Gericht – Der Prozess gegen Clanchef Arafat Abou-Chaker (44) und drei seiner Brüder wird fortgesetzt. Es geht um mutmaßliche Straftaten zum Nachteil von Rapper Bushido (42). Dazu sei es gekommen, nachdem der Musiker die Geschäftsbeziehungen aufgelöst hatte. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchte schwere räuberische Erpressung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung (9.30 Uhr, Kriminalgericht Moabit,Turmstraße 91, Saal 500).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Josefine Grosse (50), ehem. Handballspielerin / Sven Heinemann (42), für die SPD im AGH / „Für Helke aus Moabit alles Gute zum Geburtstag, stets einen sicheren Schulweg nach Schöneberg und immer fitte Füße, um den Schläger weiter mit viel Spaß am Sport zu schwingen.“ / Klaus von der Heyde (80), ehemaliger VBKI-Präsident (1999 – 2011) / Angelika Jahr-Stilcken (79), Journalistin und Unternehmerin, im Aufsichtsrat der Gruner + Jahr AG /Dr med. Bernhard Schoensee (48), Urologe in Wilmersdorf und in Kreuzberg / „Martin und Hubert Waldhofer zum Geburtstag meine herzlichen Glückwünsche, die Patentante“ / Angelika Waller (76), Schauspielerin und Schauspielpädagogin in der DDR / Nachträglich: „Liebkind Stefanie Albrecht, wünsche Dir ein gutes, neues, aufregendes Lebensjahr. Viel Freude, Gesundheit, Erfolg und ganz viel Liebe. Deine Gebsch/Rich“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Dr. Gunter Abend, * 23. Dezember 1940 / Martin Eigner, * 17. September 1990, Sprachmittler für Französisch im Bundessprachenamt / Oswald Kammann, verstorben am 9. Oktober 2020 / Kathrin Julia Sachsenberg, * 10. Oktober 1945
Stolperstein – Georg Nelhans wurde am 4. Februar 1873 in Vetschau geboren. Ende Juni 1942 wurde er nach Theresienstadt deportiert, wo er vier Monate später – heute vor 78 Jahren – ermordet wurde. 2016 wurde zu seinem Gedenken in der Karlshorster Wandlitzstraße 49 ein Stolperstein verlegt.
Encore
Kurz vor Beginn der Weihnachtswitzesaison der Busfahrer („Türchen freimachen, dit is hier keen Adventskalenda!“) hauen wir heute zum Schluss noch einen Klassiker aus der S-Bahn raus (gehört im Bahnhof Friedrichstraße, Q: Berliner Liste): „Verehrte Fahrgäste! Bitte verteilen Sie sich. Im hinteren Wagen gibt es noch Liegeplätze.“
Und Abfahrt. Das Stadtleben stellte heute für Sie Lotte Buschenhagen zusammen, Florenz Gilly hat alles fein gemacht und rausgeschickt – und morgen früh begrüßt Sie hier Julius Betschka. Ich suche jetzt erstmal den S-Bahnzug mit dem Liegenwagen – bis dahin,