Junge Berliner und ihre Ängste: Wie reagieren bei einem Krieg in Europa?
Apropos: Weiter herrscht Erschütterung angesichts des Eklats zwischen US-Präsident Trump und dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj. In Berlin ist die Situation besonders für die ukrainische Community belastend. Ostap Hanulyak ist sicher: „Der katastrophale Ausgang des Treffens war im Voraus geplant.“ Kateryna Demerza sieht die Verantwortung jetzt bei den europäischen Staats- und Regierungschefs: „Sie müssen sich zusammentun und sich um ihre eigene Sicherheit kümmern.“ Weitere Reaktionen lesen Sie hier.
Viele junge Berlinerinnen und Berliner machen sich derweil Sorgen über eine Ausweitung des Krieges in Europa und fragen sich, wie sie reagieren würden. Kollege Daniel Sagradov hat mit ihnen gesprochen. Einige Auszüge:
Ferdinand (27) fragt sich, ob er in einem Krieg kämpfen würde: „Vor wenigen Jahren noch unvorstellbar in meinem Umfeld, wo sich alle als links und friedensorientiert verstehen.“ Er wolle aber definitiv nicht von Trump „hin-und-her geschubst werden“. Paul (25) kritisiert, dass Deutschland aktuell nicht in der Lage wäre, sich zu verteidigen: „Wir wiegen uns in Sicherheit. Aber wir sind es nicht.“
Meryem (26) bewegen andere Sorgen: „Was uns mehr Angst macht als ein Krieg, ist der Rechtsruck.“ Und Philipp (27) würde im Kriegsfall auswandern, „wahrscheinlich nach Lateinamerika“. Er glaubt, dass Russland längst Krieg gegen Deutschland führt, „nicht mit Panzern, sondern mit Cyberangriffen, Sabotageakten gegen kritische Infrastruktur und gezielter Desinformation“. Mona (24) ist derweil strikt gegen eine deutsche Führungsrolle in Konflikten: „Nicht mit unserer Geschichte. Und erst recht nicht unter einem Kanzler Merz."