Gauland in der FAZ: Parallelen zwischen Gastbeitrag und Hitler-Rede
Ja, Hitler hat es heute auf die Tagesspiegel-Titelseite geschafft. Nein, Nachfahren haben wir nicht gesucht. Dafür allerdings Parallelen zwischen dem Gastbeitrag von AfD-Chef Alexander Gauland in der „FAZ“ („Warum muss es Populismus sein?“) und einer Hitler-Rede von 1933 in Berlin-Siemensstadt analysiert. Gauland jubele den Lesern einen „Adolf Hitler light“ unter, sagt Historiker Michael Wolffsohn. Der Text sei „ganz offensichtlich eng an den Hitlers geschmiegt“, sagt Antisemitismus- und NS-Forscher Wolfgang Benz. „Nur dass nicht die Juden gemeint sind, sondern wir. Die Demokraten dieses Landes“, schreibt der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel. Und Gauland? Der erklärt auf Nachfrage, er kenne keine entsprechende Passage von Adolf Hitler. Aber lesen Sie selbst...
Gauland hatte in seinem Gastbeitrag die angebliche Heimatlosigkeit der Eliten angeprangert. Eine „globalistische Klasse“ gebe kulturell und politisch den Takt vor. Ihre Mitglieder fühlten sich in einer abgehobenen Parallelgesellschaft als Weltbürger, ihnen gegenüber stünden „diejenigen, für die Heimat noch immer ein Wert an sich ist und die als Erste ihre Heimat verlieren, weil es ihr Milieu ist, in das die Einwanderer strömen“. Hitler wiederum hatte gegen „eine kleine, wurzellose, internationale Clique“ Front gemacht, die überall und nirgends zu Hause sei, heute in Berlin lebe und morgen in Brüssel. Das Volk aber könne ihnen nicht nachfolgen, es sei „gekettet an seine Heimat, ist gebunden an die Lebensmöglichkeiten seines Staates, der Nation“. Theoretisch könnten die Parallelen natürlich reiner Zufall sein. Praktisch sollte man den Anfängen wehren.