Immer mehr Berliner bekommen die Ehrenamtskarte
Mit ihrer jüngsten Pressemitteilung hatte die CDU-Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner erst kein Glück – und dann kam auch noch Pech dazu. Unter der Überschrift „Koalition ohne Herz für Ehrenamtliche“ verkündete sie am Montag: „Völlig überraschend“ habe es Rot-Rot-Grün heute (also am 16.4.) abgelehnt, die Ehrenamtskarte weiterzuentwickeln. Dabei sei „die Zahl der Aktiven dramatisch rückläufig“ – der Regierende Bürgermeister Michael Müller und seine Staatssekretärin Sawsan Chebli dürften sich „über zurückgehende Zahlen nicht wundern“, wenn sie „nicht Willens oder in der Lage sind, dem Ehrenamt die gebührende Anerkennung zu verschaffen“, andere Bundesländer machten das besser. Blöd nur, dass „die Zahlen“, auf die sich Demirbüken-Wegner bezog, aus einer bundesweiten Umfrage stammten – über Berlin sagen sie gar nichts aus.
Also schickte die CDU-Fraktion schnell eine neue, bereinigte PM zum Thema hinterher – diesmal überschrieben mit „SPD torpediert Antrag für ehrenamtliche“ (für ein großes „E“ reichte die Zeit nicht mehr): Von „dramatischen Zahlen“ war dort nichts mehr zu lesen, Müller und Chebli mussten sich auch nicht mehr über zurückgehende Zahlen „wundern“ – aber in der Sache blieb Demirbüken-Wegner hart (alles Versager). Fakten sind ja auch nur was für Feiglinge, die keine eigene Meinung haben. Deshalb konnte die CDU ihre 1. Mitteilung, dass „heute“ (16.4.) die Koalition „völlig überraschend“ etwas abgelehnt hatte, bereits zwei Tage vorher verfassen - sie trägt das Datum vom 14.4. Ach, übrigens: Die Berliner Ehrenamtskarte entwickelt sich ganz ordentlich: Die Mindestvoraussetzung wurde gesenkt, die Empfängerzahl verdoppelt, die Partnerzahl verdreifacht…