Bauverwaltung: Firmenordner verschwindet im Amt

Irre Geschichte aus der Bauverwaltung: „Leider ist ein kompletter Ordner aus meinen Büro nicht mehr auffindbar“, schreibt eine Mitarbeiterin lapidar einer Berliner Firma, die ein halbes Jahre zuvor beantragt hatte, in das „Amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen“ (AVPQ) aufgenommen zu werden (erleichtert die Teilnahme an Ausschreibungen). Sämtliche Originale und personenbezogene Daten (u.a. sensible Finanzamtsunterlagen) – einfach weg. Wie kann das sein? Wir dokumentieren im Folgenden die Erklärung der Behörde (gekürzt):
„Am 25.10.2018 erfolgte ein interner Umzug. Bei diesem Umzug wurden auch die Akten neu zugeteilt, umsortiert und tlw. vernichtet. Der Aktenordner wird seit 26.10.2018 vermisst. Eine versehentliche Vernichtung liegt nahe, kann jedoch naturgemäß nicht nachgewiesen werden. Für einen Diebstahl fehlt es an Indizien. Eine Strafanzeige wurde nicht gestellt. Von einer Meldung nach Art. 33 Datenschutzgrundverordnung wird abgesehen. Sollte sich der Ordner weiterhin nicht anfinden, gehe ich von einer Vernichtung aus.“ 
Es folgt die Liste der Unterlagen, die noch einmal beantragt, beschafft und eingereicht werden müssen: „Gewerbeanmeldung, Zugehörigkeitsbescheinigung der IHK, Unbedenklichkeitsbescheinigung der KK, Unbedenklichkeitsbescheinigung der BG, Versicherungsbescheinigung, Bescheinigung in Steuersachen, Erklärung Steuern und Abgaben sowie Umsätze, Erklärung KK / Beschäftigte / technische Ausrüstung, Erklärung Insolvenz und Mindestlohn, Nichtvorliegen von Ausschlussgründen, Referenzliste.“ Alles das liegt im Original zerhäckselt in einer Senatsstahltonne. Oder falsch einsortiert in einem Regal. Oder wurde mitgenommen, von wem und aus welchem Grund auch immer. Das letzte echte Großstadtabenteuer: Unternehmer sein in Berlin.