Betriebsstörungsbingo mit Aristoteles
Einen besonderen Beitrag für unser legendäres Betriebsstörungsbingo hat uns Checkpoint-Leser Jörg Hennerkes geschickt: Am Montagabend stieg er in Hannover in den ICE 643 nach Berlin, wo er schließlich drei Stunden später als geplant kurz vor Mitternacht ankam. Die Ansagen: ein aristotelisches Drama in fünf Akten:
1. Exposition: „Störung im Bistro. Es bleibt geschlossen. Im Notverkauf ist Wasser zu erwerben.“
2. Steigende Handlung: „Wegen zusätzlicher Baumaßnahmen verlängert sich die Fahrtzeit.“
3. Höhepunkt (in Stendal): „Da alle Züge diese Umleitung fahren, sind alle Bahnsteige durch andere Züge besetzt.“
4. Fallende Handlung: „Da wir keine Ware mehr haben, ist der Notverkauf geschlossen.“
5. Auflösung: „Da wir in Stendal einen Richtungswechsel haben, wird sich die Weiterfahrt um (weitere) 5 bis 10 Minuten verzögern.“
Es kommentiert Aristoteles selbst: „Die Tragödie ist Nachahmung einer guten und in sich geschlossenen Handlung, (...) die Jammer und Schaudern hervorruft und hierdurch eine Reinigung von derartigen Erregungszuständen bewirkt.“