Kein Freibad für Marzahn
Pack die Badehose ein, fürs Wochenende ist bestes Badewetter angekündigt. In ganz Berlin werden die Freibäder gestürmt. In ganz Berlin? Nein, im (gar nicht so) kleinen Marzahn-Hellersdorf sitzen die Berliner weiter auf dem Trockenen. Der Bezirk hat als einziger kein einziges Freibad. Dass sich daran so schnell auch nichts ändern wird, zeigt die Antwort der Innen-und Sportverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Sven Kohlmeier. „Nach Umsetzung der ersten Pilotprojekte (in Pankow und Mariendorf) sieht das Konzept eine Prüfung weiterer konkreter Standorte für einen Neubau von Schwimmbädern vor“, schreibt Staatssekretär Torsten Akmann. „Hiernach sei es optimal, die Entwicklung von insgesamt vier Standorten in Berlin voranzutreiben (jeweils zwei in den östlichen und westlichen Bezirken).“ Heißt übersetzt: Wäre schön, wenn irgendwann. Das Bezirksamt hat für sechs „bedingt geeignete“ Standorte in MaHe Machbarkeitsstudien in Auftrag gegeben. Doch ohne klares Bekenntnis von Senat und Bäderbetrieben wird auch das theoretisch Machbare nicht machbar sein.
Marzahn-Hellersdorf hat übrigens 267.452 Einwohner. Zum Vergleich:
Augsburg (295.135 Einwohner): 5 Freibäder.
Wiesbaden (278.342 Einwohner): 4 Freibäder.
Mönchengladbach (261.454 Einwohner): 2 Freibäder.
Gelsenkirchen (260.654 Einwohner): 2 Freibäder.
Braunschweig (248.292 Einwohner): 3 Freibäder.
Überhaupt steht Erwachsenen im Bezirk derzeit nur ein Schwimmbad zur Verfügung – die Schwimmhalle Kaulsdorf. Die Hallen am Helene-Weigel-Platz (Berliner Bäderbetriebe) und im Freizeitforum (GSE für den Bezirk) sind wegen Sanierung geschlossen. Wie auch das Baerwaldbad in Kreuzberg – wir reisen in den Westen. Und zwar schon seit 2017. Akmann: „Über den Zeitpunkt einer eventuellen Sanierung können zum derzeitigen Stand noch keine verbindlichen Aussagen getroffen werden.“ Zur Erinnerung: Der Investitionsbedarf für alle Bäder der Bäderbetriebe beträgt rund 241 Millionen Euro (Stand 31.12.2018).
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