„Können kein Zaun bauen“ – Politik machtlos gegen illegale Raves
Die Maßnahmen „müssen durchsetzbar und durchhaltbar sein“, sagte der Regierende Bürgermeister Michael Müller im März über die Corona-Regeln. Es scheint, als funktioniere beides immer weniger. Am deutlichsten zu beobachten, war dies am Wochenende mal wieder in der Hasenheide. Seit Wochen wird dort gefeiert, die Polizei wollte entschlossen durchgreifen, aber irgendwie gelang es 3000 Partywütigen bis in den frühen Morgen ohne Abstand, ohne Maske, dafür aber mit mindestens vier Anlagen und viel Müll zu feiern. Erst um 4:30 Uhr war – durch den Einsatz von Hunden und 70 Beamten – Ruhe. „Zutiefst asozial“, schimpfte der CDU-Stadtrat Falko Liecke, doch die Politik wirkt macht- und hilflos. „Wir werden weiter keine Raves tolerieren, aber wir können auch nicht für zwei Millionen Euro einen Zaun um den Park bauen“, sagte der Sprecher des Neuköllner-Bezirksbürgermeisters. Um Anwohner zu schützen, wolle man nun prüfen, ob Teile des Tempelhofer Feldes für Raves genutzt werden könnten.
Indes hält der tägliche Lagebericht des RKI fest: Die Zahl der Kreise ohne Covid-Fälle geht zurück, parallel steigen die Inzidenzen in vielen Bundesländern. „Dieser Trend ist beunruhigend“, heißt es im Bericht. Mehr als 800 neue Fälle wurden am Samstag gemeldet. In Berlin stieg der R-Wert am Sonntag auf 1,42.