Absatz um 12,2 Prozent gesunken: Haben die Berliner genug vom Bier?
Einbruch beim Bier-Absatz! Die Region Berlin-Brandenburg verzeichnet mit 12,2 Prozent das größte Minus in Deutschland. Doch Experten erklären, warum die Zahlen täuschen könnten. Von Daniel Böldt und Christian Latz
Vergangene Woche ereilte uns folgende Schreckensnachricht: Bundesweit ging der Bierabsatz 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurück. Nun wird es noch schlimmer: In keiner anderen Region war der Einbruch so stark wie in Berlin-Brandenburg.
Hier brachten die Brauereien ganze 12,2 Prozent weniger Bier in Umlauf als 2023, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg auf Checkpoint-Anfrage mitteilte. In Sachsen-Anhalt stieg der Absatz dagegen um 7,1 Prozent. Sind die Berliner also Bier-müde?
Ganz so einfach ist es nicht. Die Zahlen gäben die tatsächlichen Produktions- oder Absatzmengen nur unzureichend wieder, erklärt Olaf Hendel von der „Versuchs- und Lehranstalt für Brauerei“ in Berlin. Grund: Die Statistik zum Bierabsatz werde vom Zoll erstellt. Und für den sei entscheidend, wo die Biersteuerpflicht greift.
In Berlin gibt es mit der (zur Radeberger Gruppe gehörenden) Berliner-Kindl-Schultheiss-Brauerei nur noch eine große Brauerei. „Wenn man von dort aus Biermengen an einem anderen Standort transportiert, weil man dort eine Abfüllung für spezielle Gebinde oder eine Entalkoholisierung hat, dann fallen diese Mengen aus dieser Berliner Absatzstatistik raus“, sagte Hendel dem Checkpoint. Merke: Wer gegen den Trend antrinken will, macht das am liebsten bei kleinen lokalen Brauereien.