Tagesschau-Sprecher hat Klage gegen Checkpoint-Newsletter angekündigt

Jens Riewa will vor 20 Jahren partout nicht „Scheiß Iserlohn“ gesagt haben. Deswegen hatte er sogar geplant, vor Gericht zu ziehen. Was ist seitdem passiert? Von Lorenz Maroldt

Tagesschau-Sprecher hat Klage gegen Checkpoint-Newsletter angekündigt
Moderator und Nachrichtensprecher Jens Riewa Foto: dpa/Daniel Reinhardt

Lange nichts mehr gehört in der Sache Jens Riewa – Sie erinnern sich?Der stets so seriös wirkende Chefsprecher der ARD-„Tagesschau“ ging gerichtlich gegen uns vor, weil wir in einem Nebensatz erwähnt hatten, dass er vor bald 20 Jahren bei einem Eishockeyspiel in Ingolstadt ziemlich unfein „Scheiß Iserlohn!“ ins Stadionmikro gerufen haben soll. (Die ganze Geschichte finden Sie hier.) Riewa bestritt den Vorfall, obwohl er sich damals nach einem Rüffel der ARD für sein „unsportliches, unhöfliches und herablassendes Verhalten“ entschuldigt hatte. Das Berliner Landgericht zweifelte folglich an seinem Dementi – und hielt „eine eigene eidesstaatliche Versicherung für erforderlich“. Doch anstatt diese zu liefern, zogen Riewas Anwälte ihren Antrag auf Erlassen einer einstweiligen Verfügung zurück und kündigten beleidigt an, „sogleich in die Hauptsache“ zu gehen, also: zu klagen.

Das war am 19. Januar, also vor einem Vierteljahr. Seitdem öffnen wir jeden Tag mit zittrigen Händen die Post – aber außer Reklame, ein paar Rechnungen und dem ganzen Rest war nichts mehr von Riewa dabei. Und auch auf der Geschäftsstelle des Landgerichts ist keine Klage bekannt. Liegt‘s an der schlampigen Post? Wird Riewa vergesslich? Macht sein Anwalt ein Sabbatical? Oder ist mal wieder Berlin schuld? Die Gerichtsregistratur ist mit der Erfassung von Klagen in Berlin immerhin vier Wochen im Rückstand – aber: nicht drei Monate.

Um den störrischen Esel vom Eis zu holen, hier ein Vorschlag zur Güte: Jens Riewa verkündet in der Tagesschau vor dem Wetterbericht in eigener Sache, dass er niemals „Scheiß Iserlohn!“ gerufen hat, und wir erklären Riewa im Checkpoint zum „Berliner des Jahres“. Und dann begießen, sorry: beschließen wir die Sache bei einer schönen Flasche Checkpoint-Wein. Deal?

Ach, und falls Sie mit anstoßen wollen: Unseren Checkpoint-Wein (Grauer Burgunder / Spätburgunder) können Sie hier bestellen.