Tagesschau-Sprecher Jens Riewa will nicht „Scheiß Iserlohn“ gesagt haben

Ein 18 Jahre altes Eishockeyspiel hat TV-Moderator Jens Riewa jetzt dazu bewogen, seinen Anwalt einzuschalten. Der Grund: ein Ausruf, den sein Mandant nicht getätigt habe. Von Thomas Lippold und Lorenz Maroldt

Tagesschau-Sprecher Jens Riewa will nicht „Scheiß Iserlohn“ gesagt haben
Jens Riewa hat Jan Hofer als Chefsprecher von ARD aktuell Ende 2020 abgelöst. Foto: NDR/Thorsten Jander

Ach, Anwaltspost – schauen wir doch gleich mal rein… hm, na so was! Tagesschau-Chefsprecher Jens Riewa fordert uns auf, nicht mehr zu behaupten, dass er am 25. Januar 2004 in Ingolstadt bei einem Eishockeyspiel „Scheiß Iserlohn!“ in ein Mikrofon gerufen hat. Als ob das ehrenrührig wäre! Aber ok, wie war es denn dann, Herr Riewa? Hier die Erklärung seines Rechtsanwalts:

„Bei dem besagten Spiel hatte unser Mandant vor dem Spiel eine Charity-Veranstaltung moderiert und stand dafür mit einer weiblichen Begleitung eines Sponsors in Schlittschuhen auf der Eisfläche. Nach der Moderation begabensich beide an den Rand der Eisfläche, umdie Schlittschuhe auszuziehen. Das Mikrofon hattedabei die Begleitung unseres Mandanten in der Hand. Die Fans auf den Rängen stimmten nun den Fangesang ‚Scheiße, Scheiße Iserlohn‘ ein. Unser Mandant kannte dies gar nicht und er stimmte auch nicht in diesen Gesang mit ein. Vielmehr stimmte seine Begleitung in diesen Gesang ein und rief dies in das Mikrofon, welches sie in der Hand hielt.“

Der damalige Stadionsprecher Italo Mele erinnert sich allerdings etwas anders an den Vorfall – demnach hat sich Riewa, „bekennender Ingolstadt-Fan und häufig Tribünengast“, wie der Donaukurier zu berichten weiß, selbst das Mikro geschnappt: „Er wollte sich wohl in die Eishockey-Stimmung einfinden“, sagt Mele, „ich konnte nicht mehr eingreifen.“ Riewa hatte sich später bei den Iserlohn-Fans entschuldigt („Ich habe mich unsportlich, unhöflich und herablassend verhalten“), und der damalige NDR-Fernsehdirektor drohte: „Wenn er Tagesschau-Sprecher bleiben will, dürfen sich solche Entgleisungen nicht wiederholen.“ Doch heute sagt sein Anwalt, die Entschuldigung habe sich nur darauf bezogen, „bei dieser Aktion überhaupt anwesend gewesen zu sein. Dies diente auch zur Gesamtbefriedigung der damals aufgeheizten Stimmung und der Vorwürfe gegen unseren Mandanten.“

Das Feuer von einst wollen wir natürlich nicht wieder anfachen! Die Sache ist ja auch schon 18 Jahre her. Wir verpflichten uns deshalb, bis zum Jahr 2040 nicht mehr zu behaupten, dass Ingolstadt-Fan Jens Riewa damals beim Spiel gegen Iserlohn… hm, was hat er da gleich noch nicht gesagt? Schon vergessen.