Herr Lütke Daldrup, vor einem Jahr waren Sie bereit, eine Kiste Wein darauf zu wetten, dass der BER pünktlich eröffnet. Da Sie sich so sicher sind: Um wie viel würden Sie den Wetteinsatz heute erhöhen?
Die Wette steht! Aber es gibt keinen Grund, solche Glücksspiele auszuweiten. Wir sind eine Flughafengesellschaft mit zwei großen Flughäfen und einem fast fertiggestellten Singleairport - kein Wettbüro. Wir schulden den Menschen der Hauptstadtregion die Fertigstellung des BER. Daran arbeiten wir hart.
All Ihre Vorgänger haben betont, dass der Bau im Zeitplan liegt. Warum sollte man Ihnen jetzt glauben?
Seit der Eröffnungstermin feststeht, haben wir mindestens so viel am BER gearbeitet, wie andere über den Termin geredet haben. Die Türen, die Sprinkler und zuletzt die Entrauchungssteuerung (ÜSSPS), die jeweils als großes Risiko eingeschätzt wurden und das Potential hatten, die Baufertigstellung zu verzögern, sind in Ordnung gebracht worden. Inzwischen hat sich die Anzahl der kritischen Gewerke auf zwei reduziert. Bosch ist mit der Brandmeldeanlage auf der Zielgeraden und auch bei den Kabeln kommen wir voran. Die Prüfprozesse sind sehr mühsam, haben sich aber im Großen und Ganzen so entwickelt, wie wir Ende 2017 erwartet haben.
Wie viele Verträge sind denn schon geschlossen? Wie viele Geschäftspartner haben sich getraut, einen Laden ab Oktober 2020 zu mieten? Wie viele Fluglinien haben zugesichert, vom BER zu starten?
Von den 102 Geschäften sind praktisch alle vermietet und der Mieterausbau der Läden läuft schon. Es gibt viel mehr Nachfrage, als wir Flächen anbieten können. Und auch die Airlines wollen von Anfang an am BER operieren, einige werden allerdings vorerst in Schönefeld bleiben müssen.