Schule: Erfolg bitte nur "auf die richtige Art und Weise"

Am Friedenauer Gymnasium haben einst Karl-Eduard von Schnitzler, Friedrich Luft, Egon Bahr und Peter Lorenz ihr Abitur gemacht, heute ist hier die Friedrich-Bergius-Sekundarschule untergebracht, Schulleiter Michael Rudolph hat sie leidenschaftlich und eigenwillig zu einer der beliebtesten und erfolgreichsten im Bezirk geführt. Gerade haben die Inspektoren der Schulverwaltung  vorbeigeschaut, ihr Bericht (den gestern schon die „Morgenpost“ zerlegte) hat es tatsächlich in sich: Klima „zu 100 % freundlich“, Arbeitsatmosphäre „konzentriert und störungsfrei“, „niemand wird ausgegrenzt“, Lernatmosphäre „angstfrei“, Pünktlichkeit und Wissensvermittlung mehr als ok., und: „Tatsächlich schaffen hier überdurchschnittlich viele Schüler einen Abschluss“, fast die Hälfte sogar einen MSA mit Gymnasialempfehlung.

Und so lautet also das Urteil der Prüfer: „Schule mit erheblichem Entwicklungsbedarf“- im Klartext: Vollkatastrophe. Wie kann das sein, wie passt das zusammen? Die Schulverwaltung sähe gerne mehr „andere Werte“ vermittelt und vermisst Bürokratie: „Zu wenige Teams, zu wenige Gremien, zu wenig Verschriftlichung schulischer Prozesse.“ Auch seien andere Schulen ebenfalls erfolgreich, aber: „auf die richtige Art und Weise.“ Aha. Und seit wann ist bitte ausgerechnet die Berliner Schulverwaltung, wo alles schiefgeht, was schiefgehen kann, eine Expertin für „die richtige Art und Weise“? Für unsere Sonnabendausgabe wird Susanne Vieth-Entus die Bergius-Schule vorstellen und den Bericht analysieren.