Energiewendebremserin soll Abteilung Mobilität leiten: Senatsverkehrsverwaltung stoppte Besetzungsverfahren und passte Ausschreibung entscheidend an

In Berlin soll eine umstrittene Energieexpertin einen Abteilungsposten bekommen. Die Verwaltung veränderte extra die Stellenausschreibung, zu der nun auch fachfremde Anforderungen gehören. Von Christian Latz.

Energiewendebremserin soll Abteilung Mobilität leiten: Senatsverkehrsverwaltung stoppte Besetzungsverfahren und passte Ausschreibung entscheidend an
Verkehrssenatorin Schreiner ist an einer bestimmten Personalie als Abteilungsleiterin viel gelegen. / Foto: dpa / Christophe Gateau

Eine andere Personalfrage sorgt in der Senatsverkehrsverwaltung für Ärger. Es geht um die Neubesetzung des Leitungspostens der Abteilung Mobilität. Den soll nach Tagesspiegel-Informationen Stefanie von Ahlefeldt bekommen. Ahlefeldt war zuvor unter anderem im Büro des heutigen CDU-Generalsekretärs Carsten Linnemann und ab 2019 als Abteilungsleiterin für den Bereich „Energiepolitik – Strom und Netze“ im Bundeswirtschaftsministerium tätig. Kritiker werfen ihr vor, in dieser Funktion den Ausbau der Windkraft in Deutschland bewusst ausgebremst zu haben. Bei der Verkehrswende soll sie dagegen jetzt die Bremse lösen – ist bislang jedoch nicht durch Kenntnisse der Verkehrsplanung aufgefallen.

Trotzdem scheint der Hausleitung um Verkehrssenatorin Manja Schreiner (CDU) viel an ihr gelegen zu sein. Immerhin wurde das bereits unter Amtsvorgängerin Bettin Jarasch (Grüne) gestartete Besetzungsverfahren gestoppt – und die Stellenausschreibung an entscheidenden Stellen verändert, wie die Ausschreibungsunterlagen zeigen, die dem Checkpoint vorliegen. Plötzlich galt als „unverzichtbar“, dass Bewerber „mehrjährige Erfahrungen im Umgang mit EU-Institutionen“ haben. Komisch, dabei müssen sich Abteilungsleiter in der Senatsverwaltung eher mit den Bezirken rumschlagen. Nicht mehr zwingend notwendig ist dafür die Fähigkeit zur komplexen Verkehrsplanung.

Dass es für Bewerber dagegen „von Vorteil“ ist, wenn sie „profunde Kenntnisse des Themenfelds Elektromobilität und Aufbau öffentlicher und privater Ladeinfrastruktur einschließlich der damit verbundenen Fragen der Stromversorgung“ mitbringen, obwohl dies nicht zum Kernaufgabengebiet der Abteilung gehört, kann natürlich auch nur Zufall sein. Die Verkehrsverwaltung wollte sich zu all dem lieber nicht äußern, „da es sich um eine Personalangelegenheit und ein derzeit noch laufendes Verfahren handelt“.