Vizepräsidenten der Berliner Beuth-Hochschule werfen Werner Ullmann Zensur vor

Der Hochschulpräsident entscheide, was öffentlich kommuniziert werde und was nicht, sagten nun Vizen auf einer internen Versammlung. Einer trat dabei vom Amt zurück. Von Lorenz Maroldt

Vizepräsidenten der Berliner Beuth-Hochschule werfen Werner Ullmann Zensur vor
Werner Ullmann, Professor für BWL/Logistik und seit 2016 Dekan am Fachbereich Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaften, wurde 2019 zum Präsidenten der Berliner Beuth-Hochschule gewählt. Foto: Beuth-Hochschule

Die Leitung der Beuth-Hochschule verteidigt erbittert ihren Ruf als führende Berliner Facheinrichtung für angewandte Autodestruktionswissenschaften – in der Akademischen Versammlung (nichtöffentliche Sitzung) wurden jetzt auch Zensurvorwürfe gegen Präsident Werner Ullmann geäußert – vor allem von seinen früheren Vizepräsidenten, die im Groll ihre Ämter niedergelegt hatten. So sagte Kai Kummert: „Meine Antworten werden genauso wie die von den anderen VPS abgefangen von einem Redaktionsteam, was sich aus Mitarbeitern vom Präsidenten zusammensetzt“, und: „Also es gibt diese letzte Entscheidung des Präsidenten, was kommuniziert wird und was nicht. Thomas Reck, der noch vor Kummert zurückgetreten war, ergänzte: „Ich nenne das immer etwas despektierlich Zensur.“

Ullmann erwiderte, er sei jetzt „einigermaßen fassungslos, mit welchen wirklich obskuren Verleumdungen hier gerade gearbeitet wird“. Auch in früheren Präsidentschaften sei so verfahren worden, es gehe dabei darum, „groben Unfug zu vermeiden“. Er selbst habe damit aber nichts zu tun.

Kummert dagegen machte deutlich, dass er dankbar dafür sei, „dass ich hier jetzt Rede und Antwort stehen kann in diesem Kreis und freue mich auch, dass ich das nicht öffentlich machen muss.“ Und dann zitierte er aus seinem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister:

Durch die derzeitige Amtsführung des Präsidiums der Beuth Hochschule für Technik bin ich bisher daran gehindert worden, die Zusagen umzusetzen, die ich bei Amtsantritt gemacht habe. Viele bereits
dahingehend geführte Gespräche belegen, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird.“ Er werde daran gehindert, seiner Fürsorgepflicht für seine Mitarbeitenden und deren Familien nachzukommen. „Das ist nicht mit meinem Selbstverständnis der Amtsführung vereinbar. Hiermit erkläre ich mit sofortiger Wirkung wegen zerstörten Vertrauensverhältnisses zum Präsidenten aus wichtigem Grund meinen Rücktritt.“