und „Buon giorno von Nora aus Sardinien. Bei bestem Wetter und Sonnenschein genieße ich hier den Meerblick bei Cappuccino und den Tagesspiegel Checkpoint“. Tanti saluti da Berlino!

Beach, Berge oder Balkonien – nehmen Sie uns mit! An dieser Stelle zeigen wir während der Sommerferien, wo Sie gerade den Checkpoint lesen. Schicken Sie uns ein Foto mit einem Satz zum Urlaubsort an checkpoint@tagesspiegel.de.
Am vergangenen Donnerstag hatte der Hydrologe Heiko Sieker im Tagesspiegel noch gesagt: Reißendes Hochwasser sei in Berlin eher unwahrscheinlich (auch wenn die Panke schon mal über ihre Ufer tritt), aber von Starkregen gehe eine große Gefahr aus. Gestern war es dann schon wieder soweit: In einigen Stadtteilen bekamen die Leute nasse Füße, manche Straßen wurden zu Kanälen, in denen das Wasser bis zu einem Meter hoch stand. Wenn das so weitergeht, gehört die Zukunft weder dem E-Auto, noch dem Fahrrad, sondern dem Schlauchboot.
Wasserfahrzeuge hat allerdings niemand auf dem Programm für die Berlinwahl – an den durchweg mäßigen Umfragewerten würde das aber wohl auch nichts ändern. Hier ein Zwischenstand von Civey: Nur elf Prozent halten die Grünen-Spitzenkandidatin Bettina Jarasch für die beste Wahl, wenn es um das Bürgermeisteramt geht – das reicht für Platz 4. Vorne liegt Franziska Giffey (SPD) mit 24,2 Prozent vor Klaus Lederer (Linke/13,3) und Kai Wegner (CDU/13,1).
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Endlich zeigt sich, was hinter den rekonstruierten Fassaden steckt - ein Ort für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Bildung. Nach und nach entfaltet das Humboldt Forum sein Programm: Den Auftakt machen sechs unterschiedliche Ausstellungen. Der Eintritt ist 100 Tage frei! Infos und Zeitfenster-Tickets online. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Dazu aus dem Leitartikel von Julius Betschka: „Wer durch den Modellversuch an der Friedrichstraße läuft, merkt rasch, wie es in Berlin um Visionen bestellt ist: Autos sind ausgesperrt, gelbe Linien kleben auf dem Boden, Bäume wachsen in Kübeln – und es ist menschenleer. Stellt sich Berlins Regierung so die Stadt der Zukunft vor? Der Modellversuch, so zweifelsohne gut gemeint er gewesen sein mag, zeigt beispielhaft, woran es in Berlin zu oft fehlt: an einem größeren Plan, den Fähigkeiten, ihn umzusetzen und innovativen Ideen.
Nach dem CSD (65.000 waren dabei) gibt es intern wegen der Orga mächtig Ärger – der allerdings als „konstruktive Kritik“ verstanden werden soll. In einer Mail wird den Veranstaltern die mangelhafte Trennung der Fußgruppen vorgeworfen: „Das hätte echt schief gehen können!“ Auch die Polizei hatte Schwierigkeiten, die Vorschriften zu Masken und Abstand durchzusetzen. Vor allem am Nollendorfplatz ballte es sich nach dem Ende des Zugs. In der Hasenheide lösten Einsatzkräfte später eine Anschlussparty auf. Bei einem homophoben Angriff im James-Simon-Park in Mitte wurde ein Teilnehmer schwer verletzt.
Die Leitung der Beuth-Hochschule verteidigt erbittert ihren Ruf als führende Berliner Facheinrichtung für angewandte Autodestruktionswissenschaften – in der Akademischen Versammlung (nichtöffentliche Sitzung) wurden jetzt auch Zensurvorwürfe gegen Präsident Werner Ullmann geäußert – vor allem von seinen früheren Vizepräsidenten, die im Groll ihre Ämter niedergelegt hatten. So sagte Kai Kummert: „Meine Antworten werden genauso wie die von den anderen VPS abgefangen von einem Redaktionsteam, was sich aus Mitarbeitern vom Präsidenten zusammensetzt“, und: „Also es gibt diese letzte Entscheidung des Präsidenten, was kommuniziert wird und was nicht. Thomas Reck, der noch vor Kummert zurückgetreten war, ergänzte: „Ich nenne das immer etwas despektierlich Zensur.“
Ullmann erwiderte, er sei jetzt „einigermaßen fassungslos, mit welchen wirklich obskuren Verleumdungen hier gerade gearbeitet wird“. Auch in früheren Präsidentschaften sei so verfahren worden, es gehe dabei darum, „groben Unfug zu vermeiden“. Er selbst habe damit aber nichts zu tun.
Kummert dagegen machte deutlich, dass er dankbar dafür sei, „dass ich hier jetzt Rede und Antwort stehen kann in diesem Kreis und freue mich auch, dass ich das nicht öffentlich machen muss.“ Und dann zitierte er aus seinem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister:
„Durch die derzeitige Amtsführung des Präsidiums der Beuth Hochschule für Technik bin ich bisher daran gehindert worden, die Zusagen umzusetzen, die ich bei Amtsantritt gemacht habe. Viele bereits
dahingehend geführte Gespräche belegen, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändern wird.“ Er werde daran gehindert, seiner Fürsorgepflicht für seine Mitarbeitenden und deren Familien nachzukommen. „Das ist nicht mit meinem Selbstverständnis der Amtsführung vereinbar. Hiermit erkläre ich mit sofortiger Wirkung wegen zerstörten Vertrauensverhältnisses zum Präsidenten aus wichtigem Grund meinen Rücktritt.“
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Unsere heutige Runde Behördenpingpong spielen wir in der Xantener Straße – weil diese trotz Tempo 30 als Ausweichrennstrecke missbraucht wird (bis zu 15.000 Autos täglich) und entsprechend gefährlich ist, beschloss die BVV im vergangenen Sommer nach einer Petition die Umwandlung in eine Einbahnstraße. Berlinkenner wissen, was dann geschah… na klar: nichts. Stadtrat Oliver Schruoffeneger (Grüne) erklärt das in einer Mail an einen Anwohner so:
1) Die „Menge an BVV-Beschlüssen“ trifft „nicht auf einen entsprechend leistungsfähigen Verwaltungsapparat“ (vulgo: politischer Offenbarungseid).
2) Die Verkehrsverwaltung hat die Xantener Straße nicht im Radverkehrsnetz berücksichtigt („spielt keine Rolle“).
3) Der Bezirk wartet auf „ein Signal“ der Senatsverwaltung.
4) Die Umwandlung zu einer „Fahrradstraße“ bedeute „die Erforderlichkeit von Umplanungen an den Lichtsignalanlagen“ (…), die der Bezirk ausführen, finanzieren und nach Prüfung durch die Senatsverwaltung anordnen soll“.
5) Aber: Siehe Punkt 1.
Und was bedeutet das jetzt, wann geht’s weiter? „Das ist bisher nicht absehbar“, schreibt der Stadtrat.
Wir fassen kurz zusammen: In einer Petition fordern Anwohnende, die Xantener Straße „dauerhaft zur Einbahnstraße zu machen“, die BVV fasst einen entsprechenden Beschluss. Der Stadtrat versteht „Fahrradstraße“ und spielt den Ball weiter an die Verkehrsverwaltung, wo er unter den Tisch fällt. Und Abpfiff.
Tja, eigentlich völlig klar, warum sich immer mehr Menschen von einer solchen Politik überfahren fühlen (oder es tatsächlich werden).
Berliner Schnuppen
Telegramm
„An unserem Flughafen herrscht Urlaubsstimmung“, teilt Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup mit: Allein am Freitag wurden mehr als 51.000 Fluggäste gezählt. Die gute Laune wird allerdings durch rasant steigende Infektionszahlen getrübt, für die vor allem Reisende verantwortlich sein sollen. Auch die Passagiere des Venedig-Flugs, die gestern zwei Stunden in der vollen Maschine auf den Ausstieg warten mussten, hatten ihre Urlaubsstimmung schnell wieder verloren.
„Fest verankert im Kiez – Ihre Berliner Sparkasse“ steht in Mahlsdorf vor der Bank auf einem Schild am Fahrradständer. An der Eingangstür dann ein Plakat: „Wir schließen diese SB-Filiale am 15.07.2021.“ (Q: „Berliner Liste).
Und hier eine gute Gelegenheit für Fußballfans, die weder mit Hertha noch mit Union etwas anfangen können: Dritte-Liga-Aufsteiger FC Viktoria 1889 Berlin ist mit einem Sieg gegen Viktoria Köln in die Saison gestartet – für Optimisten bedeutet das: Nur noch 105 Spiele bis zum Einzug in die Europa League (mindestens).
Union-Stürmer Max Kruse, z.Zt. als Olympionike in Yokohama stationiert, machte unterdessen per ARD-Interview seiner Freundin einen Heiratsantrag (hier zu sehen). Ob sie das wohl gesehen hat? Tatsächlich: Eine Stunde später meldete die Sportschau: „Eilmeldung: Max Kruse hat unserer Reporterin mitgeteilt, dass seine Freundin ‚Ja‘ gesagt hat.“
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Für gute Laune in den Sommerferien: Entdecken Sie jetzt unsere tollen Ideen für sonnige Tage und gesellige Spiele für regnerische Stunden. Spiel & Spaß für die ganze Familie – Jetzt im Tagesspiegel-Shop.
Kommt jetzt eine gute Nachricht für lärmempfindliche Nachbarn? Die Morgenpost meldet jedenfalls: „Mehr stille Orte in Berlin“. Na, wenn das mal nicht ein Griff ins Klo ist … und tatsächlich: Es geht um öffentliche Straßentoiletten, von denen es nächstes Jahr 366 geben soll. Ich möchte wetten, dass sich jemand findet, der im nächsten Schaltjahr (2024) an jedem Tag auf ein anderes Klo geht und darüber ein Berlinbuch schreibt.
In den vergangenen Wochen gab es viel Aufregung wegen umstrittener Anzeigen, da dachte sich der „Berliner Behörden Spiegel“ offenbar: Das können wir auch! Und so werden den Angehörigen des Öffentlichen Dienstes in der aktuellen Ausgabe die Vorzüge des Sturmgewehrs „Steyr Arms G62“ präsentiert – denn das „sorgt durch sein Metallgehäuse, den verbesserten Laufstahl und den ‚Stanag‘ kompatiblen Magazinschacht bei erhöhter thermischer Belastung für eine verbesserte Präzision und eine höhere Lebensdauer“. Tja, das ist mal ein echter Knaller (via Elke Breitenbach).
Keine Sturmgewehre, sondern „Spielzeugwaffen“ stellte die Polizei bei der Räumung einer Wohnung sicher – „zur Gefahrenabwehr“, wie es hieß. Jetzt aber kann Joffrey U. R. die Dinger wieder abholen: Per Amtsblatt wurde ihm dafür eine Frist von 14 Tagen gesetzt (PolBln 210614-1030-318477). Andernfalls, so teilte der zuständige Beamte mit, „gehe ich davon aus, dass Sie kein Interesse an den sichergestellten Gegenständen haben und werde sie der Vernichtung zuführen“. CP-Analyse: Abrüstung ist offenbar doch ein Kinderspiel.
Mangelnde Gefahrenabwehr zeigte die Polizei dagegen in eigener Sache: Mit einem simplen Trick verschaffte sich ein Autofahrer freie Zufahrt auf das Polizeigelände in der Charlottenburger Chaussee und raste dort hupend herum. Immerhin: Er hatte das Warnblinklicht eingeschaltet.
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"In Deutschland denken selbst die Verkehrsplaner nur an Autos": Warum sich die für den Klimaschutz notwendige Verkehrswende hierzulande besonders schwer tut, das sagt Ragnhild Sørensen von "Changing Cities" im Klimapodcast "Der Gradmesser". Um Berlin geht's dabei natürlich auch und zum Glück gibt es auch Beispiele die Mut machen. Jetzt auf Spotify, Apple Podcasts und Tagesspiegel.de.
„Abschmecker in der Klärgrube von Quickborn“ ist seit der Hymne von Otto Waalkes auf die Wasserwerker ein Traumberuf – falls Sie’s mal ausprobieren wollen: Die Berliner Wasserbetriebe haben jetzt so eine Stelle in Waßmannsdorf zu besetzen.
Falls Sie lieber Präsident werden möchten: Bei der TU ist der Job neu zu besetzen, Amtszeit vier Jahre. Aber Achtung: Wie im echten Leben, ist auch hier ein Impeachment möglich (siehe oben, „Beuth“).
Die SPD-Fraktion hat ihrem Abgeordneten Sven Kohlmeier offenbar kurz vor der Wahl einen neuen Job verschafft – in einem Werbefilmchen wird er jedenfalls als „Rechtsbürgersprecher“ vorgestellt. Wir haben Kohlmeier gefragt, was das sein soll – er weiß es allerdings selbst nicht.
Schnellstraßen brauchen in Berlin etwas länger – aber die „Tangentialverbindung Ost“ ist schon ein besonderer Fall: Sie geht zurück auf den „Generalverkehrsplan der Hauptstadt der DDR“ von 1969. Klar, dass die „TVO“ auch immer teurer wird. Nach einer weiteren Kostenverdoppelung stehen jetzt 276 Millionen Euro auf der Uhr (Q: „Morgenpost“) – und die wird noch lange ticken: Baubeginn ist frühestens im Jahr 2024.
Zu einem Doppelauftritt lädt Harald Martenstein heute in die „Wühlmäuse“ ein (zum Programm geht’s hier) – und mit etwas Glück können Sie für die Veranstaltungen um 18 Uhr und um 20:30 Uhr je 1x2 Freikarten gewinnen. Teilnahme per Mail bis 12 Uhr mit Telefonnummer und gegebenenfalls Wunschzeit an checkpoint@tagesspiegel.de, die Gewinner werden bis 13 Uhr benachrichtigt.
Zitat
„Wir möchten keine Besucher, denen nur das Bier gut schmeckt …“
… sagt „Visit Berlin“-Chef Burkhard Kieker, stellt aber fatalistisch fest: „Leider haben wir es ja noch nicht mal geschafft, die grauenhaften und prolligen Bierbikes zu verbieten.“
Tweet des Tages
Zum wohligen Grusel ihres Schwabinger Publikums fasst die Süddeutsche Zeitung alle paar Monate zusammen, was in den Berliner Lokalzeitungen jeden Tag zu lesen ist. Ergänzt um eine Prise Empörung und ein Gran Fassungslosigkeit. Ganz putzig eigentlich.
Antwort d. Red.: Wenn Sie sich selbst ein Bild machen mögen – zum Text („Wer hier wohnt, hat verloren“) geht’s hier.
Stadtleben
Stadt – Rasant rotieren wir zum „R“ – und zu einem Ring, der mit Berliner S-Bahnen nur wenig gemein hat: In einer dreitägigen Adaption des Wagner’schen „Ring der Nibelungen“ lädt das Festival „Berlin is not am Ring“ zu Wrestling, Oper und Fishbowl-Debatten. Klingt wild? Zu Raufmatch und zu Dialog gesellen sich Big Band, Siebdruck und Theater, nebenbei reicht man Snacks und Bier. Performt wird vom 20.-22. August in der Lichtenberger Fahrbereitschaft, das ganze Programm studieren Sie unter diesem Link. Der Berliner Szene gerecht verschreibt sich das Fest dem Antikapitalismus – Karten erhalten Sie demgemäß auf Pay-what-you-can-Basis ab 7 Euro. Für alle drei Tage verlosen wir je 2x1 Ticket: Wer möchte hin?
Land – Für unsere Stadt-Land-Fluss-Rubrik scheint dieser Radweg wie geschaffen: Auf dem Asphalt des Europaradwegs R1 strampeln sich Entschlossene von Moskau bis ins ferne London – mehr als 5000 Kilometer weit. Etwas fixer ist die 16. Etappe der Strecke erradelt, die von Köpenick bis nach Buckow führt: In 450 Höhenmetern geht es vorbei an Waldseen, Hainen und verschlafenen Feldern der Märkischen Schweiz. Sind die 52 Kilometer nach 4,5 Stunden bezwungen, schaukeln müde Städter im Regionalexpress zurück nach Berlin – oder pedalen am nächsten Tag weiter bis zur polnischen Grenze. Eine Tourenkarte finden Sie hier, für alle Etappen bitte hier entlang.
Fluss – Einsame Moore und Kanäle durchpaddeln Kanufahrer im Rhinluch im Ruppiner Seenland. In einer zweitägigen, 34 Kilometer langen Rundtour möchten Seeadler und Schildkröten erspäht und endlose Sumpfwiesen erschippert werden – Start und Ziel ist das winzige Altfriesack, weiter geht es über die Rhin, den Fehrbelliner Kanal und den Bützsee. Über Nacht dienen drei Biwakplätze als urig-schummriges Quartier, bevor es weiter durch Weiden und Wasser des Vogelschutzgebietes geht. Wer kein Kanu besitzt, leiht sich eines am Start der Tour (25 Euro/Tag) – eine Routenbeschreibung lesen Sie hier.
Familie – R wie Riesenröhrenrutsche: Zwölf Meter in Brandenburger Höhen ragt der Rutschenturm des Volksparks Potsdam, der Wagemutige in schaurig flinke Tempi versetzt. Wer lieber trainiert als gleitet, hangelt sich an der Kletteranlage der Turmwand in die Lüfte (Achtung: Keine Sicherung vor Ort!). Neben den flotten fünf Tunnelrutschen können Trampoline, Halfpipes und Volleyballfeld im Inneren des Parks erobert werden – selbst ein stattlicher Discgolf-Parkour und ein Wasserspielplatz samt Sandstrand sind Teil des Ensembles. Alternativ begutachten Besucher die Kunstinstallationen, die von einstigem Bundesgartenschau-Trubel zeugen, oder pirschen beim Kräuterworkshop über die Parkwiesen (18 Uhr, Anmeldung hier): Geöffnet ist von 5-23 Uhr, Zutritt gibt’s für 1,50/0,50 Euro.
Tiere – Rotwild und Rehe bestaunen Spazierende im Spandauer Forst: Im größten Wildgehege Berlins grasen stolze Hirschherden zwischen Birken und Teich und blinzeln neugierig zu ihren Besuchern – gleich daneben trotten Mufflons und Wildschweine die Weide entlang. Die flotte Runde ums Gehege an der Schönwalder Allee erweitern Ausdauernde gen Westen, wo Brücken, Holztipis und Stadtwald entdeckt werden wollen. Augen auf: Auch hier verbergen sich Dachse, Füchse und Iltisse im Unterholz! In den Lüften des Forsts können gar Habichte und Eisvögel gesichtet werden – für Wanderkarten bitte hier entlang. Nicht vergessen: Fernglas einpacken!
Genuss – Im Kampf um Berlins formidabelsten Kebab sind Parteinahmen stets kontrovers. Die Autorin wagt es dennoch, ihren Dürüm-Favoriten zu verraten: Im Schöneberger Rüyam („Mein Traum“) stehen auch Dönerfrauen am Spieß und kredenzen Gemüsekebabs, die glatt an Mustafas vorbeiziehen! Sandwich, Teller oder Rolle verschlingen die Gäste berlinesk-charmant mit Blick auf Club und Autohaus, dazu gibt’s becherweise Ayran und brühend heißen türkischen Schwarztee. Lässt man Münzen ins Tip-Glas purzeln, jubiliert das ganze Team („Triiinkgeld!“). Angestanden wird in der Schlange der Hauptstraße 133, alternativ wird der Kebab-Fix in der Schönhauser Allee 44A ergattert. Wir empfehlen legere Schuhe für die teils beachtliche Wartezeit – und einen kräftigen Edding, um an den tausendfach beschriebenen Wänden den eigenen Opus zu hinterlassen.
Soundtrack des Tages – Tanzschuhe geschnürt? Reizend rauen Rock and Roll serviert die „Rocky Horror Picture Show“: Hier entlang zum herrlich flamboyanten „Time Warp“.
Berlins Spitzenkandidat:innen-Check
5 x 1: Bis zur Abgeordnetenhauswahl stellen wir den Spitzenkandidat:innen von CDU, FDP, Grüne, Linke und SPD jede Woche eine Frage, die sie mit nur einem Foto beantworten dürfen. Diese Woche: Welches Berliner Denkmal bedeutet Ihnen am meisten? Es beginnt heute: Bettina Jarasch (Grüne).
Foto: IMAGO / Hohlfeld
Berlin heute
Verkehr – A10 (Südlicher Berliner Ring): Sperrung der AS Michendorf in der Fahrtrichtung AD Potsdam (bis 6. August).
Mädewalder Weg (Kaulsdorf): Sperrung der Anbindung an den Heinrich-Grüber-Platz, eine Umleitung ist ausgewiesen. Der Fuß- und Radverkehr darf passieren (bis Ende August).
Klingsorstraße (Steglitz): Sperrung zwischen Birkbuschstraße und Barsekowstraße in Richtung Neue Filandastraße, Umleitungen sind eingerichtet. Der Fußverkehr ist frei (bis Anfang November).
Bismarckstraße (Steglitz): Sperrung zwischen Steglitzer Damm und Selerweg, Umleitungen sind ausgeschildert. Der Fußverkehr darf auch hier passieren (bis Freitag, danach folgen weitere Bauphasen).
Weißenseer Weg (Fennpfuhl): Auf Höhe Bernhard-Bästlein-Straße ist in Richtung Möllendorffstraße nur eine Spur befahrbar (bis Mitte August).
BVG: Die Straßenbahnlinie M4 ist bis zum 23. August zwischen Sulzfelder Str. und Greifswalder Str./Danziger Str. unterbrochen, es fahren Busse zum Ersatz. Anschließend erfolgen bis Mitte Oktober weitere Arbeiten, die den Straßenbahnverkehr einschränken. Außerdem fahren die Tramlinien 61 und 63 bis Ende Oktober nicht zwischen S Adlershof und Karl-Ziegler-Straße, bitte steigen Sie auch hier auf die Ersatzbusse um.
Demonstration – Unter dem Motto „Köpiplatz bleibt“ ziehen 77 Protestierende von der Köpenicker Str. 131-139 in Kreuzberg über den Potsdamer Platz bis zum Kaiserdamm 13 in Charlottenburg (14-21 Uhr). In „Solidarität mit Ahwaz“ demonstrieren 40 Teilnehmende vor der Iranischen Botschaft in der Podbielskiallee 67 (11-13 Uhr). Vor der Russischen Botschaft Unter den Linden 63-65 halten 20 Personen eine „Mahnwache gegen die andauernde Bombardierung in Idlib durch Russland“ ab.
Gericht – Gegen Eltern, die drei ihrer Kinder von Rumänien nach Berlin gebracht und hier zum Betteln und teilweise auch zur Prostitution gezwungen haben, beginnt der Prozess. Betroffen seien zwei Söhne und eine Tochter gewesen. Sie hätten zum Lebensunterhalt der Familie beitragen müssen (11 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Saal 501).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Lothar Böhme (83), Maler / Sawsan Chebli (43), Politikerin (SPD), Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales / „Hip Hip Hoera, Gabi, Du bist wunderbar. Alles Liebe zu Deinem besonderen Tag. Wie schön, dass es Dich gibt. Wir haben Dich lieb. Mira, Lily, Angi und Ralf“ / Maximilian Hecker (44), Musiker / „Mein lieber Matze Mantzke (44), hoch sollste leben & feiern sollste dich lassen – schön, dass es dich gibt! Dicken Gruss von Ric“ / Cornelia Seibeld (47), für die CDU im AGH /
Nachträglich: „Cornelia hatte Geburtstag und ich gratuliere herzlich. Sie ist eine engagierte Frau und Kümmerin. Zusagen sind verlässlich. Hans-Joachim Melchior“ / Olaf Eichhorst (56), „DJ Lt. Surf und Kulturwissenschaftler“ / Hansjörg „Little“ Kauffmann (81), „Berliner, Weltbürger, Grieche im Herzen: Zum 81. Geburtstag wünschen wir Dir Gesundheit, Glück, Frohsinn & stets eine Handbreit Wasser unterm Kiel! Deine Hella, Verena & Micha“ / „Meinem Sonnenschein Valentin zum 1. Geburtstag am 25. Juli alles Liebe – Uromi Rosi“
Sie möchten jemandem zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.
Gestorben – Werner Lehrke, Lehrer / Heinrich Moos, * 1. August 1934 / Joachim Sauter, * 1959, Medienkünstler und -gestalter / Ruth Wittig, * 12. Juli 1928
Stolperstein – In der Reinickendorfer Schillingstraße 43 erinnert ein Stolperstein an Fritz Bombis (geb. 1910). Am 26. Juli 1942 – heute vor 79 Jahren – wurde er in der Heilanstalt Meseritz-Obrawalde getötet. Zu diesem Zeitpunkt war Fritz Bombis 32 Jahre alt. Bis zur Befreiung der Anstalt durch die Rote Armee im Januar 1945 wurden in Meseritz-Obrawalde ungefähr 10.000 Menschen ermordet – die meisten durch tödliche Medikamentendosen. Weitere Informationen zu der Anstalt finden Sie auf den Seiten des virtuellen Gedenkorts T4.
Encore
Zur Erfrischung machen wir auf unserer Berlin-Weltreise einen Zwischenstopp in der Antarktis – und besuchen den „Mount Berlin“, einen Doppel-Vulkan nahe der antarktischen Küste des Rossmeeres im Marie-Byrd-Land. Die Basis des Bergs ist (noch) komplett vom Eis bedeckt, aber am Kraterrand dampft's – der Vulkan ist also noch aktiv. Und so passt Karl Schefflers Analyse auch hier: „Berlin ist dazu verdammt, immerfort zu werden und niemals zu sein.“
Ums brodelnde Berliner Stadtleben hat sich heute Lotte Buschenhagen gekümmert, die Frühproduktion lag in den Händen von Cristina Marina, und morgen früh schaut Julius Betschka nach, was so los ist. Bis dahin,
