Baustadtrat Schmidt lehnt Verdrängung vom Berliner „Nuke Club“ „kategorisch ab“

Das jüngste Opfer des Berliner Clubsterbens ist das „Nuke“ – gekündigt werde damit einem der „letzten Zentren“ für Subkultur, so Grünen-Politiker Schmidt. Von Anke Myrrhe und Lotte Buschenhagen

Baustadtrat Schmidt lehnt Verdrängung vom Berliner „Nuke Club“ „kategorisch ab“
Auftritt der Band „Kora Winter“ im „Nuke Club“ in Berlin-Friedrichshain. Foto: Björn Draws/Imago

Nachhaltig verändern wird sich Berlin auch, wenn alle Clubs verschwunden sind (und Sie merken, dass es sich in Co-Working-Spaces schlechter tanzt). Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) kann angesichts der bevorstehenden Verdrängung des Nuke in Friedrichshain zwar heftig mit dem Fuß aufstampfen („lehne ich diesen Akt der Verdrängung kategorisch ab“), aber dennoch nichts tun: Der Club befindet sich in einem Bürozentrum, der Bezirk kann kein Vorkaufsrecht ausüben.

„Im Nuke Club hat vor allem die Rock-, Metal-, Gothic- und Punk-Kultur eines ihrer letzten verbliebenen Zentren im Innenstadtbereich“, sagte Schmidt dem Checkpoint. Wie schon bei der Griessmühle in Neukölln, versuche die Eigentümerin „S Immo AG“ offenbar, diese bisher von Subkulturen genutzten Flächen in teuren Gewerberaum umzuwandeln. „Besonders verwerflich ist der Umstand, dass die Miete des Nuke während der Coronakrise durch Spenden der Fans und öffentliche Hilfen weiter beglichen wurde. Der Vermieter musste also keinen krisenbedingten Ausfall beklagen, während der Mietgegenstand faktisch nicht genutzt werden konnte.“ Genutzt hat es: nichts.