Clubs werden zu Co-Working-Flächen

Berlins Clubs haben die Stadt nach dem Mauerfall noch liebens- und lebenswerter als ohnehin schon gemacht – aber eben auch wertvoller in wirtschaftlicher Hinsicht. Jetzt werden sie selbst verwertet, also: vom eigenen Erfolg gefressen. Neuester Fall: das „Nuke“ (CP von gestern). Jetzt stellt sich heraus: Die Eigentümerin, die dem Friedrichshainer Laden kündigte, zog schon der „Griessmühle“ in Neukölln den Stecker. Damals, Anfang vergangenen Jahres, hatte eine Sprecherin der „S Immo“ versichert, dies bleibe „ein Einzelfall“. Auf ihrer Website schreibt die Firma: „Wir suchen Orte für neue Ideen“.

Der Geschäftsführer hat uns gestern verraten, welche „neuen Ideen“ das sind: „Es werden wieder Büroflächen oder Co-Working-Flächen werden, teils auch gemischt mit Wohnungen. Die Nachfrage ist natürlich sehr, sehr stark, und ich glaube auch, das braucht die Stadt.“ Mag sein. Aber irgendwann werden die neuen Co-Worker feststellen, dass Berlin auch nicht mehr viel anders ist als die Dörfer, aus denen sie kommen.