Von 35,5 auf 39 Prozent: Warum der Frauenanteil im Abgeordnetenhaus gestiegen ist
Wenn die Wiederholungswahl im Februar 2023 – abseits parteipolitischer Präferenz – eine gute Sache hatte, dann vielleicht diese: Der Frauenanteil im Parlament hat sich erhöht, von 35,5 Prozent auf 39 Prozent.
Eine Studie im Auftrag der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, die heute veröffentlicht wird, hat sich die Ursachen dafür genauer angeschaut und ist auf interessante Aspekte gestoßen. So hat der Wahlsieg der CDU dazu geführt, dass CDU-Frauen, die in als eher aussichtslos geltenden Wahlkreisen kandidierten, auf einmal ein Direktmandat holten. Die Frauenquote in der CDU-Fraktion stieg dadurch um 12 Prozentpunkte auf immer noch ausbaufähige 25 Prozent.
Bei der SPD kehrte sich der Effekt quasi um: Viele Männer verloren ihr (zuvor sicheres) Direktmandat. Da dadurch eher die paritätisch besetzten Bezirkslisten zum Tragen kam, erhöhte sich auch in der SPD-Fraktion der Frauenanteil, von 39 auf 47 Prozent. Schlusslicht beim Frauenteil bleibt die AfD-Fraktion mit 12 Prozent. Weitere interessante Erkenntnisse der Studie hat meine Kollegin Anna Thewalt hier aufgeschrieben.