Ultimatum: Kampf am Checkpoint Charlie

Die „Berliner Zeitung“ greift heute in ihrem S.1-Aufmacher („Kampf am Checkpoint Charlie“) die Checkpoint-Meldung über das Ultimatum der Firma Trockland auf: Autorin Gabriele Keller zitiert u.a. die Linken-Abgeordnete Katalin Gennburg („Diese Erpressungsversuche sind unerträglich“) und Daniel Wesener von den Grünen, der von „klassischem Baulobbyismus mit Parteibuch-Hintergrund“ spricht – gemeint ist damit der Koalitionspartner SPD: Für den Investor, der mit einer Zwangsversteigerung zum Höchstpreis droht, wenn seine Pläne nicht akzeptiert werden, machen wie berichtet als Berater die Sozialdemokraten Gabriele Thöne (Ex-Finanzstaatssekretärin) und Günter Polauke (Ex-SED-Bezirksbürgermeister) unter den Abgeordneten Druck (CP v. 6.9.). Der Senat (inkl. Bausenatorin Lompscher, Linke) tendiert zum Abschluss einer Vereinbarung nach den Trockland-Wünschen.

Auch in der CDU wird von Erpressung gesprochen worden – der stv. Fraktionsvorsitzende Mario Czaja sagte mir gestern: „Der Checkpoint Charlie ist einer der wenigen noch unverbauten historischen Orte Berliner Zeitgeschichte. Für mich wäre es unvorstellbar, diesen mit einem Hardrock-Hotel und einem Museum des Kalten Krieges im dortigen Keller zu verramschen. Berlin sollte seine dort eingetragene Grundschuld in eigenes Eigentum überführen und die Entwicklung des Areals selbst betreiben.“

Für mich gehört der Checkpoint Charlie seit langem zu den schlimmsten Orten der Stadt – und ich komme jeden Tag dort mindestens zweimal vorbei. Ein unerträglicher Mummenschanz mit Billigbuden und wildem Touristenbusbahnhof, dem zur vollständigen Vernichtung nur eins fehlt: ein Hard-Rock-Café.