Prozessauftakt nach antisemitischer Attacke

Um den Vorwurf des Antisemitismus dreht sich auch der Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten. Dort muss sich der 19-Jährige verantworten, der vor zwei Monaten einen anderen jungen Mann in Prenzlauer Berg geschlagen hat – mutmaßlich, weil dieser Kippa trug. Dabei filmte das Opfer den Schläger, die Aufnahmen erregten international Aufsehen, und die Tat löste eine Debatte um Antisemitismus aus. Vor Gericht gab der Angeklagte, ein aus Syrien geflüchteter Palästinenser, die Tat zu, bat um Verzeihung. Er wies den Vorwurf aber zurück, aus Judenfeindlichkeit gehandelt zu haben. Vielmehr sei er vom späteren Opfer, einem 21-jährigen Israeli, zuvor beleidigt worden – was dieser und eine Zeugin wiederum bestritten. Warum der Schläger das Wort „Jude“ aber als Schimpfwort benutzt hat? Antwort seiner Verteidigerin: „Weil er aus Syrien kommt und das dort gang und gäbe ist.“