Jeder Dritte bricht die Ausbildung in Berlin ab
Kaum irgendwo in Deutschland schmeißen Lehrlinge so oft hin wie in Berlin, auch die Zahl der Altbewerber wächst. Die FDP spricht von einem „Trauerspiel“.
Weniger als Andreas Geisel hängen viele Berliner Auszubildende an ihrem Job. Mehr als jeder Dritte (34,2%) unter ihnen hat bereits eine Ausbildung abgebrochen, antwortet die Sozialverwaltung auf Anfrage der Abgeordneten Maren Jasper-Winter (FDP), die dem Checkpoint vorab vorliegt. Das ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt (26,7%). Insgesamt finden Auszubildende und Unternehmen in Berlin immer schlechter zusammen. „Seit Jahren werden weniger Ausbildungsplätze angeboten als von den Jugendlichen nachgefragt werden“, schreibt die Sozialverwaltung. Im Ergebnis blieben viele von ihnen ohne Stelle. Ganze 43,4 Prozent der Suchenden waren 2021 sogenannte „Altbewerber“. „Es ist ein Trauerspiel für junge Menschen sowie Ausbildungsbetriebe und befeuert den Fachkräftemangel in der Stadt immer weiter“, sagt Jasper-Winter.