Stadtrat brüllt BVV-Vorsteherin an: BVV Lichtenberg abgebrochen
Das Telefon in dieser Checkpointnacht glüht: Skandal in Lichtenberg! Weil Stadtrat Kevin Hönicke (SPD) die Vorsteherin des Bezirksparlaments Kerstin Zimmer (Linke) angebrüllt hat, wurde die BVV Lichtenberg am Donnerstagabend abgebrochen. Während einer Rede des Stadtrats zu einem umstrittenen Bauprojekt im Ilsekiez hat Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Linke) der BVV-Vorsteherin eine Auszeit angezeigt, um sich im Kreis des Bezirksamts abzusprechen. Dabei musste Hönicke seine Rede kurz unterbrechen. Danach beschwerte er sich bei Zimmer, dass diese die Unterbrechung zugelassen habe – laut mehreren Zeug:innen baute er sich physisch vor der Vorsteherin auf und schrie sie an. Zimmer verließ daraufhin weinend den Saal. Die Sitzung wurde abgebrochen.
Hönicke gibt am Checkpoint-Telefon zu, laut geworden zu sein. Er werte den Vorfall aber weder als körperliche noch als psychische Gewalt, „sondern als politischen Diskurs, wie wir ihn oft führen.“ Er habe Zimmer nicht „als Mensch angreifen” wollen und ihr bereits ein Gespräch angeboten. In der Vergangenheit habe sie ihn jedoch als „Arschloch” beleidigt und ihn ebenfalls angebrüllt. Vor diesem Hintergrund sagt der Stadtrat: „Wer austeilt, muss auch einstecken können.“ Die Vorsteherin war am Abend nicht für ein Statement zu erreichen.