BTW – Stefan Gelbhaar
BTW – die Causa Stefan Gelbhaar erreichte gestern auch die Grünen-Spitze und damit den Bundestagswahlkampf. Robert Habeck nannte die Vorgänge „gravierend und auch schockierend“. Grünen-Parteichefin Franziska Brantner teilte mit, dass ihre Partei Strafanzeige gegen die Bezirkspolitikerin gestellt habe, die mutmaßlich unter falscher Identität eine eidesstattliche Versicherung abgegeben hatte, in der Gelbhaar sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde.
Der Fall bleibt kompliziert: Einerseits ist Gelbhaar Opfer einer Falschaussage geworden, die wohl maßgeblich dafür war, dass er als Kandidat geschasst wurde. Auf der anderen Seite gibt es immer noch Vorwürfe gegen den Grünen-Politiker. Derzeit liegen sieben Meldungen bei der Ombudsstelle zu Gelbhaar vor. Diese sollen nun von einer Kommission unter der Leitung von Annemarie Lütkes und Jerzy Montag aufgearbeitet werden.
Berlins FDP-Chef Christoph Meyer kann vor so viel Selbstbeschädigung einer Partei kaum an sich halten und forderte gleich noch, dass Habecks Wahlkampfmanager Andreas Audretsch sein Amt ruhen lassen müsse, bis „die möglichen Straftaten gegen Gelbhaar nicht ausgeräumt sind“.
Das Geraune um Audretsch hält sich seit Tagen. Hinweise, dass er in den Fall verstrickt sein könnte, gibt es jedoch nicht. Zwar landete Audretsch durch den Verzicht von Gelbhaar kampflos auf dem sicheren Listenplatz zwei der Berliner Grünen. Allerdings hätte Audretsch auch in einer Kampfkandidatur eine Mehrheit sicher gehabt. Nur noch 33 Tage bis zur Wahl!