Öffentlich-rechtliches Kameratraining für Pressesprecher?

Aus einer Mail des Landgerichtspräsidenten Frankfurt (Oder) an einen rbb-Redakteur: „Betreff: Kameratraining beim rbb“ – „Sehr geehrter Herr XY, haben Sie nochmals vielen Dank für die Organisation des Kameratrainings für Pressesprecher unserer Frankfurter Behörden. Nachfolgend finden Sie die Teilnehmer für den 1. Februar und 8. Februar 2018.“ Hm, Journalisten trainieren vorher diejenigen, die sie hinterher interviewen? Frage an den RBB (wo auch immer gerne über Personalknappheit geklagt wird): „Stimmt es, dass in den Regionalstudios Frankfurt/Oder von Redakteuren betreute Schulungen für Pressesprecher der Polizei und Justiz stattfinden“ (also auf Kosten der Gebührenzahler, aber kostenlos für die Behörden)? Erster Antwortversuch: Alles ein „Missverständnis“, nur „ein kollegialer Austausch“: „Wir würden ‚Schulungen‘ jedweder Art für Pressesprecher von unserer Seite ausdrücklich missbilligen“. Ach ja?

Nächster Versuch: „Trifft es zu, dass es bei besagten Terminen im Frankfurter rbb-Regionalstudio mit Pressesprechern individuelle Einzeltermine gab, jeweils mindestens 15 Minuten lang, bei denen Auftritte vor der Kamera simuliert, aufgezeichnet und danach mit Mitarbeitern des rbb-Regionalstudios ausgewertet wurden?“ Nächste Antwort (etwas später): „Eine solche Verquickung der Ebenen ist in unseren Augen problematisch und wird sich definitiv nicht wiederholen. Der rbb ist nicht für Ratschläge an Pressesprecher zuständig, auch nicht für ‚gut gemeinte‘. Die Beteiligten im Studio Frankfurt (Oder) werden die Studiobesuche künftig anders gestalten.“ Und damit zum Wetter – sorry: zur Kurzstrecke ...