Fast eine Milliarde Euro: Steuerschulden von Berliner Unternehmen und Privatpersonen sind hoch

Rund 500 Millionen Euro des Gesamtbetrags sind aktuell noch in Vollstreckung. Ein Großteil der Schulden entfallen auf Finanzämter, die für Unternehmen zuständig sind – auch wegen personeller Überlastung. Von Daniel Böldt.

Fast eine Milliarde Euro: Steuerschulden von Berliner Unternehmen und Privatpersonen sind hoch
Foto: Imago / Joko

Wenn wir schon mal beim Geld sind: Berlins Finanzlage wäre um einiges entspannter, wären da nicht die vielen säumigen Steuerschuldner. Die Summe der Steuerrückstände beträgt in Berlin aktuell 886 Millionen Euro – über 500 Millionen davon befinden sich in Vollstreckung (heißt: höflich nachfragen hat bisher nichts genutzt).

Fast die Hälfte der fehlenden 886 Millionen entfallen auf Finanzämter, die für Unternehmen zuständig sind. Der Finanzexperte der SPD-Fraktion, Sebastian Schlüsselburg, fordert daher insbesondere in diesem Bereich mehr Personal einzustellen. „Wenn sich fast die Hälfte aller echten Steuerrückstände auf wenige Fachämter konzentriert, dann ist das kein Zufall – sondern das Ergebnis struktureller Überforderung“, sagte er dem Checkpoint.

Besonders die insgesamt fünf Finanzämter für Körperschaften und internationales Steuerrecht würden eine Vielzahl hochkomplexer Fälle stemmen, seien aber chronisch unterbesetzt. Die Personalzahlen, die die Finanzverwaltung mitlieferte, stützen diesen Befund. Schlüsselburg forderte Finanzsenator Stefan Evers vom Koalitionspartner CDU daher auf, „endlich ein Gesamtkonzept für die Stärkung der Finanzämter vorlegen“.