Union

Wir kommen zum Sport. Heute Abend ist der Klub Malmö FF zu Gast beim 1. FC Union. Größere Sorgen als der amtierende schwedische Meister dürfte den Köpenickern allerdings ein Gast bereiten, der bereits am Dienstag zu Besuch in der Alten Försterei war. Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán kam zur Stippvisite und traf Unions ungarischen Nationalspieler Andras Schäfer. Handshake, Foto, Trikotübergabe. Alles mit einem lupenreinen Möchtegern-Autokraten, bei dem Pressefreiheit etwa so beliebt ist wie das Konstrukt RB Leipzig bei Union.

Der Pressesprecher des Bundesligisten versuchte den Besuch gestern als „privates Treffen“ herunterzuspielen und verwies auf den Respekt vor dem Amt des Ministerpräsidenten, weswegen man der kurzfristigen Anfrage der ungarischen Botschaft nachgekommen sei. Mag alles richtig sein, wie mein Kollege Julian Graeber hier treffend kommentiert. Nur darf man von einem Verein, der sich so gut auf Inszenierung versteht wie der 1. FC Union, auch erwarten, die Inszenierung von Rechtsnationalisten zu durchschauen – aus Respekt vor sich selbst.