Parkzonen in Berlin: Stellplätze knapp, Vignetten unendlich
Erstaunt sind auch viele, die trotz Vignette allabendlich viel Zeit mit der Parkplatzsuche verbringen (und dabei den Kiez vollqualmen). Ein Grund: In Berlin werden offenbar teilweise mehr Anwohnerparkausweise vergeben als Stellplätze existieren. Das legt die Antwort des Bezirks Tempelhof-Schöneberg auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Jan Rauchfuß (SPD) nahe (0370/XXI).
Ein Beispiel: Die Parkzone 88 erstreckt sich in einem weiten Kreis um den Schöneberger Richard-Weizsäcker-Platz. Dort gibt es 3071 Stellflächen. 2023 wurden in dieser Parkzone 3603 Vignetten bewilligt, schreibt das Bezirksamt. Mathe mit dem Checkpoint: Das sind rund 530 mehr, als es Parkplätze gibt.
Einheitliche Obergrenzen für Vignetten pro Parkzone gibt es nicht, schreibt die Verkehrsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage: „Jede/r Bewohner/in einer Parkzone hat Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis, sofern er/sie über ein Kraftfahrzeug verfügt.“ Und das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ergänzt: „Die Anwohnervignette stellt die Befreiung von der allgemeinen Regelung der Parkraumbewirtschaftung ein Parkticket kaufen zu müssen dar, generiert aber keinen Anspruch auf einen Parkplatz.“