so spannend wie gestern Abend war es im Willy-Brandt-Haus schon lange nicht mehr: Die Berliner SPD hat Ruppert Stüwe zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt – und den ehemaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller abserviert.
Stüwe (seit 2021 Bundestagsabgeordneter, seit 2014 Kreischef in Steglitz-Zehlendorf) setzte sich mit nur fünf Stimmen Vorsprung gegen Ana-Maria Trăsnea aus Treptow-Köpenick durch, die schließlich auf Listenplatz 4 landete. Auf Platz 2 wurde die Berliner Ex-Juso-Chefin Annika Klose gewählt, Platz 3 ging an den Neuköllner Abgeordneten Hakan Demir. Er gewann gegen Michael Müller – der daraufhin die Versammlung verließ. Für ihn könnte es nun eng werden: Sollte er auch sein Direktmandat in Charlottenburg-Wilmersdorf nicht verteidigen können, könnte es das Ende seiner politischen Karriere bedeuten.
Mehr zu den harten Machtkämpfen im Hintergrund erklärt Checkpoint-Kollege Daniel Böldt, der den Abend vor Ort verfolgt hat.
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Wir bleiben beim Thema: „Trump zieht für Berliner CDU in den Wahlkampf“ ist als Schlagzeile zu wahr, um auf sie zu verzichten – auch wenn es dabei nicht um den US-Präsidenten geht, sondern um Katharina Trump, die schon (vergeblich) fürs Europaparlament kandidierte und jetzt auf Listenplatz 10 steht. Damit dürfte sie allerdings nur bei einem CDU-Wahlergebnis von mindestens 100% in den Bundestag kommen.
Noch interessanter (jedenfalls für Berlinkenner und politische Feinschmecker) ist allerdings, wer da auf dem 11. und damit letzten Listenplatz der CDU steht – es ist Thomas Heilmann. Hm, hatte der Bundestagsabgeordnete nicht angekündigt, auf eine abermalige Kandidatur zu verzichten? Ja, tatsächlich – wir hatten das exklusiv am 30.8. erfahren (und auch so geschrieben).
Vom Checkpoint dazu befragt, verweist Heilmann auf die Aufsichtslosigkeit des Listenplatzes und spricht von einer Art Ehrenkandidatur – auch Kai Wegner hatte sich entsprechend geäußert. Tatsächlich hat dies aber auch praktische Folgen: Heilmann bleibt dem Bundestag für die gesamte Legislaturperiode offiziell als Nachrücker erhalten. Wofür auch immer das gut ist (oder wird).
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Deutschland sucht den Superstar, Heidi Klum Germany’s Next Topmodel und die Berliner Linke Berlins „dreisteste Vermieter“. Knapp 100 waren nominiert, sechs sind in die Finalrunde gekommen (ausgewählt von dem Abgeordneten Niklas Schenker und seinem Team). Über die Top 3 durften rund 70 bis 80 „Mieterinnen und Mieter, von denen viele in Hausgemeinschaften und Initiativen organisiert sind“ am Dienstagabend abstimmen.
Die Sieger, die sich laut Auszeichnung „durch skrupellose Profitmaximierung, gnadenlose Mietsteigerungen und ein mehr als flexibles Rechtsverständnis auszeichnen“: Gijora Padovicz (u.a. bekannt durch die Räumung der Liebigstraße 34), Kai Wegner (CDU) in seiner Funktion als Regierender Bürgermeister und die ADLER Group. Anwesend war keiner der drei, die Preise („Goldener Miethai“) sollen nun „persönlich“ zugestellt werden. An Kai Wegner vielleicht schon heute (Augen auf im Abgeordnetenhaus – hier geht’s zum Livestream der Plenarsitzung).
Interessante Randnotiz I: Wie der Checkpoint erfuhr, hat der Berliner Mieterverein seine fest eingeplante Teilnahme an der Preisverleihung kurzfristig abgesagt. Grund soll dem Vernehmen nach die Nominierung des Regierenden gewesen sein. Geschäftsführerin Ulrike Hamann-Onnertz will das auf Checkpoint-Anfrage nicht bestätigen, teilt aber mit, dass man „parteipolitisch neutral“ sei und deshalb von einer „Teilnahme abgesehen“ habe.
Interessante Randnotiz II: Der Deutsche Mieterbund (Dachorganisation des Berliner Mietervereins) fordert, die auslaufende Mietpreisbremse noch in dieser Legislaturperiode zu verlängern – und zitiert in einer Pressemitteilung „Goldener Miethai“-Preisträger Kai Wegner als Unterstützer: „Wohnen muss auch in großen Städten wie Berlin bezahlbar bleiben, damit die Menschen nicht aus ihren Wohnungen und Quartieren vertrieben werden und Berlin eine lebendige und lebenswerte Stadt für alle bleibt. Deswegen setze ich mich persönlich für eine Verlängerung der Mietpreisbremse ein.“ Hm!
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Szenenwechsel: Wer in einer Notlage ist, wählt die 110 – oder schickt ein Fax. Bis zum 15. Dezember gingen in diesem Jahr 100 Notrufe per Fax ein, schreibt die Berliner Polizei auf Checkpoint-Anfrage. Der Service richtet sich an Menschen, die Schwierigkeiten beim Telefonieren haben, etwa Schwerhörige oder Menschen mit Hörbehinderung. Sie können online ein Formular herunterladen, ausdrucken, ankreuzen, um welche Art von Notfall es sich handelt (u. a. „Feuer“, „Verkehrsunfall“, „Schlägerei“) und es dann an die 110 oder 112 faxen.
Deutlich schneller und eleganter, aber offenbar kaum bekannt ist der Notruf via Smartphone: Bereits seit 2021 gibt es die bundesweite Notruf-App „nora“. Seit einem Update vor knapp drei Monaten funktioniere die App „fehlerfrei“, schreibt die Berliner Polizei. Nutzerzahlen für die Hauptstadt gebe es nicht. Bis zum 15. Dezember seien 49 Notrufe via „nora“ eingegangen. Wir halten fest: Fax schlägt App.
Erstaunt sind auch viele, die trotz Vignette allabendlich viel Zeit mit der Parkplatzsuche verbringen (und dabei den Kiez vollqualmen). Ein Grund: In Berlin werden offenbar teilweise mehr Anwohnerparkausweise vergeben als Stellplätze existieren. Das legt die Antwort des Bezirks Tempelhof-Schöneberg auf eine Kleine Anfrage des Bezirksverordneten Jan Rauchfuß (SPD) nahe (0370/XXI).
Ein Beispiel: Die Parkzone 88 erstreckt sich in einem weiten Kreis um den Schöneberger Richard-Weizsäcker-Platz. Dort gibt es 3071 Stellflächen. 2023 wurden in dieser Parkzone 3603 Vignetten bewilligt, schreibt das Bezirksamt. Mathe mit dem Checkpoint: Das sind rund 530 mehr, als es Parkplätze gibt.
Einheitliche Obergrenzen für Vignetten pro Parkzone gibt es nicht, schreibt die Verkehrsverwaltung auf Checkpoint-Anfrage: „Jede/r Bewohner/in einer Parkzone hat Anspruch auf einen Bewohnerparkausweis, sofern er/sie über ein Kraftfahrzeug verfügt.“ Und das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg ergänzt: „Die Anwohnervignette stellt die Befreiung von der allgemeinen Regelung der Parkraumbewirtschaftung ein Parkticket kaufen zu müssen dar, generiert aber keinen Anspruch auf einen Parkplatz.“

Wir steigen um aufs Fahrrad und treten direkt auf die Bremse: Das Radrennen VeloCity Berlin fällt für mindestens zwei Jahre aus. Das hat der Veranstalter SCC Events auf seiner Internetseite bekannt gegeben. Offenbar soll das Konzept grundsätzlich überarbeitet werden. Man wolle prüfen, „wie sich die außergewöhnlich hohen Kosten bei den Aspekten Sicherheit und Straßensperrungen für die Zukunft verträglich gestalten lassen“.
Etwas melancholisch erinnern wir uns an holprige („Kopfsteinpflaster-Hölle von Moabit“) bis erfrischende („Regen- und Materialschlachtder besonderen Art“) Erlebnisse und blicken stolz auf die stets beachtlichen Zeiten des Tagesspiegel-Teams um Chef-Checkpointer Lorenz Maroldt. Hinweis für alle, die das Radrennen jetzt schon vermissen: Wir lassen uns da etwas für Sie einfallen.
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Kraftvoll, fesselnd & gewaltig
Bei „GAIA“ erwartet den Zuschauer ein faszinierendes Zusammenspiel der Elemente. Atemberaubende Synchronität aus Asien, beeindruckende Luftshows aus Europa und spektakuläre Akrobatik aus Afrika bilden beim „Feuerwerk der Turnkunst“ gemeinsam mit vielen weiteren Weltklassedarbietungen ein unvergleichliches Show-Erlebnis. Tickets hier
Und damit biegen wir ab in Richtung Heiligabend: Wer jetzt noch keine Geschenke hat, braucht gute Ideen. Der Checkpoint hilft: Wir haben Berlins Senatorinnen und Senatoren nach ihren Last-Minute-Geschenketipps gefragt. Die eine Hälfte blieb stumm, die andere lieferte kreativen Input. Auffällig: Bei der Berliner CDU scheint der Fokus auf gemeinsamer Zeit zu liegen. Immer gut (und günstig)!
+ Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU): „Denjenigen Zeit schenken, für die wir sonst zu wenig Zeit haben.“
+ Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU): „Zeit zu verschenken, in Form von gemeinsamen Erlebnissen, ist für mich das schönste Weihnachtsgeschenk.“
+ Kultursenator Joe Chialo (CDU): „Gemeinsame Zeit verschenken – übrigens nicht nur etwas für den ‚letzten Drücker‘.“
+ Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU): „Das Buch, das ich gerade mit Begeisterung lese: ‚Reichskanzlerplatz‘ von Nora Bossong.“
+ Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD): „Mein Last-Minute-Geschenktipp ist das Kochbuch ‚So schmeckt mein Weihnachten‘ von Astrid Lindgren und Fredrik Eriksson mit tollen Weihnachtsgeschichten und wunderbaren Rezepten.“
+ Bausenator Christian Gaebler (SPD): „Mein Tipp ist ein Los der Aktion Mensch, das bekommt man in jedem Späti.“
+ Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD): „Über leckere Baklava freuen sich garantiert alle! Es gibt dafür tolle Bäcker, etwa am Kottbusser Damm, der Sonnenallee, in der Hermann- und der Oranienstraße. Nach dem Gänsebraten eine gute Baklava-Auswahl auf dem Tisch ist auf jeden Fall eine schöne Bescherung!“
Und apropos Geschenke…

Noch 6 Tage bis Weihnachten! Zeit für eine Auszeit?
Hinter Türchen Nr. 19 unseres Adventskalenders jedenfalls wartet Entspannung jwd! Zu gewinnen gibt es zwei Übernachtungen für zwei Personen in einer Cabin von RAUS (im Wert von ca. 400 Euro). Mitten in der Natur, umgeben von Wäldern und Feldern, können Sie in hier auf kleinstem Raum (Küche, Bett, Ruhe, was braucht man sonst?) mal so richtig abschalten. Schreiben Sie eine E-Mail an checkpoint@tagesspiegel.de und gewinnen Sie mit etwas Glück Ihre Auszeit im Grünen.
Berliner Schnuppen
Telegramm
Vor acht Jahren raste ein islamistischer Terrorist mit einem Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz. Um 19.15 Uhr gibt es heute eine Gedenkandacht in der Gedächtniskirche mit dem Regierenden Kai Wegner. Um 20 Uhr verliest Pfarrerin Sarah-Magdalena Kingreen die Namen der Opfer und zur Tatzeit um 20.02 Uhr erklingen die Kirchenglocken.
Bildet Berlin bald weniger Ärzte aus? Wegen der Haushaltskürzungen denkt die Charité darüber nach, künftiger weniger Studienplätze und Studiengänge anzubieten. Das kündigten Heyo Kroemer, der Vorstandsvorsitzende der Charité, und Dekan Joachim Spranger im Gespräch mit dem Tagesspiegel an. Hier geht’s zum kompletten Interview.
„Das muss einfach mal geschrieben werden“, schwärmt Checkpoint-Leserin Ursula W. unter dem Betreff „Amt, aber glücklich“. Am 06. November um 10.30 Uhr habe sie im Rathaus Spandau um einen Termin für die Verlängerung ihres Personalausweises gebeten – und sofort eine Antwort bekommen: „Kommen Sie mal um 12.10 Uhr.“ Ihr Anliegen wurde „schnell und freundlich“ bearbeitet, ein Bescheid war am 18. November im Briefkasten, der Personalausweis sofort abholbereit. So kanns gehen!
So geht’s nicht: Nach zwölf Jahren ist die Kreuzberger Kurt-Schumacher-Grundschule immer noch eine Baustelle. Die Elternschaft ist mit ihrer Geduld am Ende: Ab 13 Uhr ruft sie heute zur Demonstration auf. Kollegin Susanne Vieth-Entus fasst die Leidensgeschichte des „BER von Kreuzberg“ zusammen.
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Kunst, Musik und Kultur in Frankfurt am Main: Erleben Sie Rembrandts Meisterwerke in der Sonderausstellung im Städel und einen exklusiven Konzertabend in der Alten Oper. Kleine Führungen in Frankfurt runden das Programm ab. Noch wenige Plätze frei – Buchen Sie jetzt!
Lichtblick im Wintergrau: Noch bis Ende Januar nimmt der „Karneval der Kulturen“ Bewerbungen für die Teilnahme am Straßenumzug und Straßenfest entgegen. Gefeiert wird wie immer rund um Pfingsten, im kommenden Jahr vom 6. bis 9. Juni. Möglichst laut, möglichst fröhlich, möglichst bunt!
Möglichst schwarz ist der Dresscode heute auf dem Campus Mitte: Gemeinsam mit dem Wacken Open Air lädt die Charité zum „Bloody X-Mas Markt“, ein Weihnachtmarkt mit Fokus auf Blutspenden. Die Wacken-Bands „Saltatio Mortis“ und „Beyond the Black“ treten auf, dazu gibt‘s blutroten Glühwein, Gegrilltes und eine Tombola. Klingt wenig „metal“? Im Gegenteil: Das Wacken Open Air engagiert sich seit 13 Jahren für Blutspenden, hat eigene Spender-T-Shirts und einen Wacken-Blutspendepass.
Apropos blutig: Gänse und Enten landen aktuell oft neben Rotkohl und Klößen. Das muss nicht sein: Kollegin Silvia Silko hat Berlins erste vegane Gans getestet. Urteil: „Die vegane Gans hat in etwa denselben Effekt wie eine Limo, die man in schickem Glas und mit Cocktailkirsche serviert: Es ist immer noch dieselbe Limo, aber wer keinen Alkohol trinkt, fühlt sich neben den anderen Gästen mit elegantem Weinglas oder aufwändigem Cocktail nicht ganz so lieblos abgespeist, wie wenn man ihnen ein Glas Mineralwasser in die Hand drückt.“ Hier geht’s zur vollständigen Kritik.
Wir heben ein schickes Glas auf unsere Kolleginnen! Das Medium Magazin hat die Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2024 gekürt und gleich zwei Tagesspiegel-Redakteurinnen sind dabei: Herzlichsten Glückwunsch an Checkpointerin Anke Myrrhe (Platz 3 “Chefredaktion regional”) und Katja Füchsel (Platz 9 “Unterhaltung”)!
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Der Auftritt von Ann-Kathrin Hipp am Dienstagabend bei „Maischberger“ war ebenfalls ein Volltreffer – dutzende Medien (u.a. „Süddeutsche Zeutung“, „Welt“, „web.de“, „Berliner Morgenpost“, „Rheinische Post“, „t-online“) berichten über die Sendung, Zitate der Checkpoint-Chefin über das Verhalten von Olaf Scholz während und nach der Vertrauensabstimmung im Bundestag sind u.a. „Bild“, „Focus“ und „Merkur“ Schlagzeilen wert („Journalistin zerlegt Scholz‘ Skandal-Auftritt“). Aber Achtung – aus verlässlicher Quelle wissen wir: Die Konkurrenz sollte sich nicht zu früh freuen!
Post vom Rhein – Gisela Piltz schreibt zur Meldung „Beim Rathaus Reinickendorf steht neuerdings eine orangene Bank“: „Liebes Checkpoint Team, gerne lese ich auch in Düsseldorf wunderbare Geschichten über Berlin, aber heute dann doch eine Anmerkung: Die Bank ist orange, sie wäre ja auch nicht blaune, oder?“ Vielen Dank – aber Hauptsache, die Bank ist nicht pleitene.
Post von der Berliner Verkehrsverwaltung: Die Pressestelle bedankt sich für die „manchmal aufregende, aber immer gute Zusammenarbeit“ in diesem Jahr: „Es war mit Ihnen nie langweilig.“ Das Team freut sich auf „monstermäßig interessante Anfragen im Jahr 2025“. Wie der Aufschlag zu einer Partie Behördenpingpong liest sich das Postskriptum: „Für das Netz der Nebenstraßen ist der jeweilige Bezirk zuständig.“ Notiert!
Zitat
„Sauberkeit und Sicherheit haben für den Senat hohe, wenn nicht gar höchste Priorität.“
Und das gilt auch für die U8: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat die dritte Phase des „Pilotprojekts Reinigungsstreife“ vorgestellt: Unter anderem soll jetzt der U-Bahnhof Kottbusser Tor zum „Musterbahnhof“ werden.
Stadtleben
Verlosung – Im Juli dieses Jahres bei vollem Haus gefeiert, ist kurz vor den Feiertagen die Benefiz-Revue Queer is beautiful zurück. Mit dem Weihnachtsspecial Queer as Christmas wird MANEO – Das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin unterstützt. „Weihnachten ist für alle“ lautet das Motto der Macher:innen David Kaiser und Virginia Plain, die wieder jede Menge Promis auf die Bühne bitten werden. Mit dabei: Margot Schlönzke, Tilly Creutzfeldt-Jakob, Laura Liebeskind, Kim Berlin, Serena Gruß, Miss Pan Am DragAirlines und Vanessa Maurischat. Und auch die Weihnachtsrevue steht unter der Schirmherrschaft der Schauspielerin und Sängerin Katharine Mehrling sowie des ehemaligen Bürgermeisters und Kultursenators von Berlin Klaus Lederer. Wir verlosen 2x2 Tickets (ab 32 €). Wann: Samstag, 21. Dezember 2024, um 19 Uhr. Wo: Theater im Delphi Berlin, Gustav-Adolf-Straße 2, S-Bhf. Prenzlauer Allee
Essen & Trinken – Sind Sie des Glühweins überdrüssig? Zum Glück gibt es in Berlin zahlreiche Alternativen. Ziemlich anti oder punk geht es zum Beispiel in der 19:77 Bar in Neukölln zu, die sich in den Räumlichkeiten des „The Ramones“-Museums befindet. Beziehungsweise umgekehrt. Die Wände sind voll von Hinterlassenschaften der legendären US-amerikanischen Punk-Rock'n'Roll-Band. Serviert werden vegane Gerichte wie Burritos, Tacos, Salate, Hot Dogs, Mac'n'Cheese oder Kuchen. Außerdem gibt es Longdrinks, Cocktails oder eiskaltes Bier vom Fass! Mo bis Do 16-23, Fr 16-01, Sa 10-01, So 10-23 Uhr, Weserstraße 159, U-Bhf. Rathaus-Neukölln
Noch hingehen – Impressionismus gleich Sonnenaufgänge, Seerosen, Licht- und Schatten. Richtig, oder? Die Faszination des Lichts und seiner Reflexion ging aber gleichermaßen von nächtlichen Spiegelungen und elektrischer Beleuchtung aus, die sich besonders gut für die druckgrafische Darstellung eigneten. Es ist ein anderer, weniger erforschter, teils sogar noch völlig unbekannter Impressionismus. Zum 150. Jubiläum der populären Kunstrichtung präsentiert das Berliner Kupferstichkabinett noch bis zum 12. Januar bislang selten oder nie gezeigte Druckgrafiken von 40 Künstlerinnen und Künstlern aus sechs Nationen. Zum Beispiel von Manet, Corot, Cassatt, Besnard, Pennell, Liebermann und vielen mehr. Mi bis Fr 10-17, Sa/So 11-18 Uhr, Matthäikirchplatz, S-Bhf. Potsdamer Platz
Last-Minute-Tickets – Der Hamburger Liedermacher (Songwriter) Niels Freverts ist mit seinem neuen Album „Pseudopoesie“ auf Tour und heute in Berlin. Ab 20 Uhr im Columbia Theater nämlich. Für Fans geistreicher Melancholie und deutschem Pop wohl ein Pflichttermin, für alle anderen aber auch nicht uninteressant: Freverts' Texte sind nahbar, zugänglich und haben sogar ein bisschen Ohrwurmpotenzial. Tickets ab 33,70 € gibt es jedenfalls noch. Man hört vielleicht mal rein. Columbiadamm 9-11, U-Bhf. Platz-der-Luftbrücke
Grübelstoff – Langsam wird es eng. Heute getätigte Onlinebestellungen zum Beispiel könnten erst nach den Feiertagen eintreffen. Haben Sie alle Geschenk zusammen, oder eine gute Ausrede, sich dem Wahnsinn zu entziehen?
Kiekste
Leserin Susanne Kabitz fand diese Deko nebst öffentlichem WC am George-Grosz-Platz bemerkenswert. Dito! Weitere Bilder gern an checkpoint@tagesspiegel.de! Mit Ihrer Zusendung nehmen Sie aktuell an unserem Kiekste-Fotowettbewerb in Kooperation mit DASBILD.BERLIN teil.
Berlin heute
Verkehr – Niederkirchnerstraße (Mitte): In der Zeit von 7.45 bis 13 Uhr kann es zu Verkehrseinschränkungen in Höhe des Berliner Abgeordnetenhauses kommen.
Columbiadamm (Tempelhof und Kreuzberg): Am Abend kann es zu Verkehrseinschränkungen auf dem Columbiadamm zwischen Platz der Luftbrücke und Golßener Straße kommen.
Nahverkehr – U2: Der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen U Senefelderplatz und S+U Alexanderplatz, der seit August jeweils nachts fuhr, ist nun eingestellt.
Demonstration – Für heute sind 15 Demos angemeldet (Stand 18.12., 12 Uhr), u.a. „#SaveBrainCity! Berliner Wissenschaft sichert die Zukunft Berlins“: 1.000 Teilnehmende, Landeskonferenz der Rektor*innen und Präsident*innen der Berliner Hochschulen, Niederkirchnerstraße 5 (8.30-11.30 Uhr)
„Gedenken-Mahnwache an den Völkermord an den Sinti und Roma“: 20 Personen, Omas gegen Rechts Berlin, Simsonweg (13-14 Uhr)
„Fertigstellung Bauabschnitt 2 der Kurt-Schumacher-Schule. Seit 12 Jahren schafft es der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nicht, die Kurt-Schumacher-Schule zu Ende sanieren (...)“: 400 Demonstrierende, Kurt-Schumacher-Schule, ab Puttkamerstraße über Wilhelmstraße bis Niederkirchnerstraße und wieder zurück (13-14 Uhr)
„Gegen Querdenker*Innen, Verschwörungstheoretiker*Innen und rechte Populist*Innen“: 30 Personen, Omas gegen Rechts, Tempelhofer Damm (17-18.30 Uhr)
„Kundgebung zur Verteidigung ziviler Gefangener“: 100 Menschen, zivile Gefangene, Pariser Platz (18.30-20 Uhr)
Gericht – Nach einem beinahe tödlichen Angriff bei einer Raveparty im Berliner Volkspark Friedrichshain beginnt ein Prozess gegen drei Männer. Sie sollen beschlossen haben, einem 28-Jährigen einen Denkzettel zu verpassen, weil er zuvor in einem Streit wegen einer heruntergefallenen Brille als Schlichter aufgetreten sei. Einem 37-jährigen Angeklagten, der dem Opfer ein Messer in den Hals gerammt haben soll, wird versuchter Mord vorgeworfen, den weiteren Angeklagten gefährliche Körperverletzung (13.00 Uhr, Kriminalgericht Moabit, Turmstraße 91, Saal B218).
Berliner Gesellschaft
Geburtstag – Leoni Baßiner (19), Handballspielerin bei den Spreefüchsen Berlin / Ben Becker (60), Schauspieler und Sänger, spielte in über 80 Film- und Fernsehproduktionen, Mitgründer der „Trompete“ am Lützowplatz / Thomas Brussig (60), Schriftsteller, Drehbuchautor und Dramatiker, veröffentlichte mehrere Bestseller, unter anderem „Wasserfarben“ oder „Helden wie wir“ / „Birgit Davidian, liebe Freundin mit großartiger Haltung zu allem und bei allem: Der JO wünscht Dir ein wundervolles neues Lebensjahr und für jetzt gleich eine fröhliche Feierei in Deiner liebsten Stadt“ / „Liebe Jutta, allet Liebe 🧡, Jute👍🏻 und Schöne🧚🏻♀️. Danke, ditte meene Freundin bist! M“ / „Ein schönes und entspannendes neues Jahr, liebste Nina, von Deiner Nina, Leni & Naomi <3“ / „Meine Sabine, die liebste Ehefrau der Welt, bekommt heute 1000 Küsschen von Dieter. Wir werden heute in Valencia ordentlich feiern“ / Til Schweiger (61), Schauspieler und Filmemacher, u.a. spielen seine Kinofilme „Zweiohrküken“ und „Keinohrhasen“ in Berlin / Bernhard Vogel (92), Politiker (CDU), ehemaliger Präsident des Bundesrates und Ministerpräsident von Thüringen sowie Rheinland-Pfalz
Damit auch alle Geburtstagskinder über die Feiertage beglückwünscht werden können, müssen Geburtstagsgrüße für die Zeit bis zum 19.12. 11 Uhr bei uns eingehen.
+++ Sie möchten der besten Mutter, dem tollsten Kiez-Nachbarn, dem runden Jubilar, der Lieblingskollegin oder neugeborenen Nachwuchsberlinern im Checkpoint zum Geburtstag gratulieren? Schicken Sie uns bis Redaktionsschluss (11 Uhr) einfach eine Mail an checkpoint@tagesspiegel.de.+++
Gestorben – Helmuth Frauendorfer, * 5. Juni 1969, verstorben am 2. Dezember 2024 / Paul-Heinz Gischow, * 25. Dezember 1931, verstorben am 11. Dezember 2024 / Cornelia Felicitas Heldenberg, * 6. Oktober 1934, verstorben am 5. Dezember 2024 / Günter Kunde, * 27. Mai 1934, verstorben am 27. November 2024 / Martin Lenz, * 1. Januar 1959, verstorben am 20. November 2024 / Hildegard Petsch (geb. Grabowski), * 22. Oktober 1928, verstorben am 11. Dezember 2024 / Hans-Jürgen Tschirpke, * 23. Februar 1942, verstorben am 5. Dezember 2024
Stolperstein – Martha Aron (geb. Seligmann) wurde am 13. September 1864 in Gadebusch bei Schwerin (Mecklenburg) geboren. Bekannt ist, dass sie 1939 am Tag der Volkszählung in Charlottenburg lebte und ihr Mann zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war. Am 15. Dezember 1942 wurde Martha Aron zusammen mit 100 überwiegend älteren Menschen von den Nazis vom Anhalter Bahnhof in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Am 19. Dezember 1942 ist sie an den Folgen des unmenschlichen Transports und der ersten Tage in dem Ghetto gestorben. Heute erinnert ein Stolperstein in der Schloßstraße 56 in Charlottenburg an Martha Aron.
Encore
Berlins Wurzeln stecken tief in sumpfigem Boden. Und so ist es erfreulich, dass es auch heute noch Moore gibt, die geschützt werden: In Spandau ist die Renaturierung eines Sumpfgebietes nun für die nächsten fünf Jahre gesichert, der Bund fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.
Im Spandauer Forst werden seit längerem mehrere Moore künstlich erhalten, dieses spezielle Projekt braucht jetzt jedoch besondere Aufmerksamkeit, da es droht, auszutrocknen. Der Name: Naturdenkmal „Immenweide/Glühwürmchengrund“. Berlin, du kannst so märchenhaft idyllisch sein.
Fabelhaft recherchiert und geschrieben haben mit mir Ann-Kathrin Hipp, Lorenz Maroldt, Christoph Papenhausen und Stefan Jacobs. Das Stadtleben hat Tobias Langley-Hunt zusammengezaubert, Jaqueline Frank (Produktion) hat alles in einen Newsletter verwandelt. Morgen schlägt Margarethe Gallersdörfer ein neues Kapitel auf. Wir lesen uns am Sonnabend wieder, bis dahin