Wachsende Ausgaben: Berlins U3-Verlängerung zum Mexikoplatz verteuert sich massiv

Die bislang kommunizierten Ausgaben von 100 Millionen Euro für den Tunnelbau bilden einen Preisstand von 2016 ab. Die tatsächliche Summe im Haushaltsentwurf ist nun deutlich höher. Von Christian Latz und Margarethe Gallersdörfer.

Wachsende Ausgaben: Berlins U3-Verlängerung zum Mexikoplatz verteuert sich massiv
Foto: dpa / Hannes P. Albert

Nächster Halt: Kostensteigerung. Bei der Verlängerung der U-Bahnlinie U3 zum Mexikoplatz wachsen die Ausgaben immer weiter an. Wie aus dem Haushaltsentwurf des Senats hervorgeht, kalkulieren Senat und BVG statt 100 nun mit 160,5 Millionen Euro – bei nur 800 Metern Strecke. Runtergerechnet liegt der Tunnelbau in Zehlendorf damit bei schlanken 200.625 Euro pro Meter. Senat und BVG können darin trotzdem keine Kostensteigerung entdecken. Die bislang kommunizierten Ausgaben von 100 Millionen Euro würden lediglich „aus der Nutzen-Kosten-Untersuchung einen Preisstand von 2016 abbilden“. Nehme man davon ausgehend einen um die Baupreissteigerungen indexierten, aktuellen Preisstand für 2023, lande man bei 160 Millionen. Alles klar? Ob Mehrausgaben von 60 Millionen Euro eine Kostensteigerung sind, ist am Ende also nur eine Wahrnehmungsfrage. Aber bei Senat und Verkehrsbetrieben glaubt man ja auch, die BVG sei nicht in der Krise.