Bundestagsabgeordneter verteidigt Westerwaldlied
Mit dem Reisemotto „50 % Party, 50 % Politik“ begründet die Junge Union Limburg das Grölen des in der Wehrmacht beliebten Westerwaldlieds in der Kneipe „Zur Quelle“ in Moabit – ausgerechnet am 9. November (CP vom 12.11.). Auch Klaus-Peter Willsch, CDU-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg, verteidigt den Parteinachwuchs auf seiner Facebook-Seite und lässt es sich nicht nehmen, den Text des „fröhlichen und mitreißenden Liedes“ zu posten. In einer Pressemitteilung teilten die feierwütigen jungen Konservativen zudem jetzt mit, dass sie sich „zu den Traditionen und der Schönheit unserer Heimat" bekennen. Darunter falle auch das angebliche Volkslied. „Wir sind nicht nur der Meinung, dass wir die programmatisch einflussreichste politische Jugendorganisation sind, sondern auch, dass wir von allen Organisationen am besten feiern können“, heißt es weiter.
In diesem Zusammenhang hätten sie „die Feiertauglichkeit der Bundeshauptstadt wohl überschätzt“. „Wir bedauern, dass es nicht möglich ist, in einer Stadt, in der öffentliches Kiffen immer wieder toleriert wird, ein Deutsches Volks- und Wanderlied, mit dessen Text keinerlei politische Aussage einhergeht, zu singen.“ Wir dagegen bedauern die Geschichtsvergessenheit in Teilen der Union. Und überlassen der jüdischen Künstlerin Mia Linda Alvizuri Sommerfeld, die den Vorfall öffentlich gemacht hat, das letzte Wort: „Die ‚Feiertauglichkeit der Bundeshauptstadt‘ erweist sich gerade darin, dass das beliebte Wehrmachtslied am Tag des Novemberpogroms eben nicht öffentlich erschallt. Aber dann kam die Junge Union aus Hessen in die Stadt.“