Andrang auf Berlins Kleingärten hält an: Das rät der Kleingartenverbands-Präsident Suchenden

Wer in Berlin einen Kleingarten will, braucht Geduld: 15.000 Bewerber stehen auf den Wartelisten und warten teils jahrzehntelang. Wie Sie Ihre Chancen verbessern können, lesen Sie hier. Von Christian Latz und Jessica Gummersbach.

Andrang auf Berlins Kleingärten hält an: Das rät der Kleingartenverbands-Präsident Suchenden
Foto: IMAGO / Jochen Eckel

Bei manchem dürften die frühlingshaften Temperaturen Lust auf einen eigenen Kleingarten geweckt haben. Da muss Berlins Kleingartenverbands-Präsident Gert Schoppa einige Gartenträume gleich wieder platzen lassen: Aktuell stünden geschätzt 15.000 Bewerber auf den Wartelisten. „Man muss sich auf eine Wartezeit zwischen 5 und 10 Jahren einstellen.“ Zwar sei der Corona-Ansturm etwas abgeebbt, kürzer seien die Wartezeiten darum aber nicht geworden. Schließlich bleiben die meisten „nicht nur Jahre auf ihrer Parzelle, sondern Jahrzehnte“, so Schoppa. Und das, während die Einwohnerzahl weiterwächst.

Welchen Tipp für Bewerber er dennoch geben kann: Direkt beim Kleingarten-Bezirksverband in der Nähe anzufragen, ob und wo es realistische Chancen gibt. Hinweise zu Bewerbungen gibt’s zudem in den meisten Kolonien auf Infotafeln und auf den Internetseiten. Nicht zielführend sei es, wenn sich Suchende, um ihre Chancen zu erhöhen, auf alle Bezirkswartelisten der Stadt setzen lassen. „Man muss sich fragen, ob man im Hochsommer abends noch nach der Arbeit müde durch die halbe Stadt fahren möchte, um Blumen und Gemüsepflanzen zu gießen“, sagt Schoppa. Zudem widerspreche es der „ökologischen und gemeinschaftlichen Idee eines Kleingartens“. Der wichtigste Rat an Wartende kommt zuletzt: „Auf alle Fälle in Geduld üben.“ Macht sich auch dann noch bezahlt, wenn man irgendwann tatsächlich Gärtner ist.