Berliner Genossenschaftsmitglieder unterstützen Mietendeckel

Mit Plakaten protestiert ein Genossenschaftsverband gegen den Mietendeckel. Das ärgert manche Berliner Genossenschaftler, die sich nun dafür aussprechen.

Berliner Genossenschaftsmitglieder unterstützen Mietendeckel
Foto: Schöning/Imago

Unterstützung für die Forderung nach Mietabsenkungen bekommt Bausenatorin Katrin Lompscher jetzt von einigen Genossenschaften. Deren Mitgliedern geht nämlich die überall in der Stadt plakatierte Kampagne gegen den Mietendeckel des Verbands Wohnungsbaugenossenschaften Deutschland auf die Nerven. „In der Öffentlichkeit zeichnet sich das Bild ab, als herrsche in DEN Genossenschaften Einigkeit über die negativen Folgen des geplanten Mietendeckels“, schreiben Genossenschaftsmitglieder der EVM Berlin eG, Möckernkiez eG, Wohnungsgenossenschaft Am Ostseeplatz eG, Wohnungsgenossenschaft eG und Treptower Park eG. „Das tut es nicht!“

Und weiter: „Diese Kampagne ist zutiefst unsolidarisch, gegenüber allen Mieter*innen, die extrem unter der überspannten Wohnungssituation leiden.“ Mit dem Mietendeckel würde der „Wahnsinn“ zwar nicht völlig beendet, doch der Deckel reagiere auf ihn und wolle ihn eindämmen. „Auch wir halten es für wichtig, über einen gegenwärtigen Mietenstopp hinauszugehen und die fatale Entwicklung der Mietpreise ein stückweit rückgängig zu machen. So unterstützen wir auch die Möglichkeit, Mieten bis zu der vorgeschlagenen Obergrenze (…) abzusenken. Dadurch wird die soziale Mischung in unseren Quartieren strukturell unterstützt und der Segregation in den Wohnquartieren entgegengewirkt.“

Zur Kontra-Kontra-Kampagne fehlt den Genossen nur noch ein Slogan, der es mit dem aus München aufnehmen kann: „Uns glangts! Mieten-Stopp in Bayern!“, hat der Mieterverein München sein Volksbegehren für einen Mietendeckel genannt.